Zwei Ehrenamtler schmeißen verärgert die Brocken hin

Vandalismus in Stadlers Garten: Friedel Pauleickhoff und Wolfgang Körkemeier räumen nicht mehrauf

Friedel Pauleickhoff und Wolfgang Körkemeier wollen nicht mehr - das ehrenamtliche Aufräumen und Säubern in Stadlers Garte

N e u e n k i r c h e n (robui). Nein, so hatten sich Planer und Kommune, Bürger und Heimatfreunde das alles nicht vorgestellt. Kaum war das Kleinod namens Stadlers Garten im Herzen des Wapeldorfes eröffnet, da begann auch schon das Ungemach. Denn so schön das kleine Fleckchen Erde mit freigelegtem Wasserlauf ist, es zieht auch Vandalen an.

Und nicht wenige – immer wieder seit Eröffnung des für über eine Million Euro hergerichteten Parks zwischen Schulzentrum und Volksbank gibt es beschwerden von Bürgern über unterschiedlichste Vorkommnisse. Bis dato kümmerten sich Heimatfreunde noch ehrenamtlich um die Pflege, räumten auf machten weg und verbrachten so manche Stunde im Gelände, um die Anlagen sauber und gepflegt zu halten. Doch nun reicht es Friedel Pauleickhoff und Wolfgang Körkemer. Das Duo hatte sich über jede neue Verunreinigung, über Glasflaschen, Zigarettenkippen, Schmierereien und Co geärgert, dennoch aber weiter für die Entfernung all dessen gesorgt.
Jetzt zogen die Zwei einen Schlussstrich. In einer Mail an die Ordnungsabteilung in der Stadverwaltung machen sie deutlich: „Wir haben jetzt das letzte Mal in Stadlers Park saubergemacht. Ab jetzt machen wir es nicht mehr. Es ekelt uns einfach an.“ Und weiter: „Der Busch hinter den drei Bänken wird sowohl von Männern als auch von Frauen als Toilette fürs kleine und große Geschäft genutzt. Außerdem sind irgendwelche Chaoten schon damit angefangen, das neue Pflaster mit Farbe zu besprühen.“
Wörtlich heißt es in dem Schreiben abschließend: „Wir haben einfach keine Lust mehr, diese Sch…. weg zu machen.“
Ehrenamtlich hatte sich das Duo um Schadensbegrenzung, verursacht durch Unbekannte, bemüht. Mittlerweile häufen sich nicht nur die Vorfälle in Sachen Vermüllung, sondern die Stadt musste auch hinnehmen, dass Vandalen gleich fünf Zypressen angesägt haben, sie müssen entfernt werden.
Allein hier liegt der Schaden bei rund 10.000 Euro. Wie die zuständige Leiterin des Ordnungsamtges, Martina Venne, im Gespräch mit dem RSA erklärte, sei die Randale in Stadlers Garten in Neuenkirchen kein Einzelfall. Wiederholt gebe es unschöne Vorkommnisse auch am Bürgerhaus Alte Volksschule und im Parkbereich am Schulzentrum. Das Wapeldorf verzeichne mehr Fälle von Vandalismus als die anderen Stadtteile, betonte Bürgermeister Andreas Sunder. Eine Erklärung gebe es nicht, und ebenso auch kein Allheilmittel, wie diese Zustände möglichst sofort abzustellen seien.
In den sozialen Netzwerken wird ebenfalls über die Vorkommnisse im erst vor vier Monaten eröffneten Stadlerpark diskutiert. „Ist ein richtiger Assimagnet geworden, schön ruhig und schön abgelegen“, heißt es da in einem Post eines Bürgers.

Schmierereien sind nur einige von vielen unschönen Vorkommnissen in Stadlers Garten – ein „Gegenmittelt“ gibt es offenbar nicht.