Wenn Visionen am Abendhimmel sichtbar werden

Delbrücker Michael Sprick verzaubert zum Abschluss des Katharinenmarkts mit dem Feuerwerk

D e l b r ü c k (held). Wenn am Montag um 21 Uhr das diesjährige Höhenfeuerwerk den Abschluss des Katharinenmarktes bildet, bringt es zugleich eine Premiere mit sich, denn: Erstmals ist dafür ein Delbrücker zuständig. Der 38-jährige Michael Sprick hat seit einigen Jahren seine Werkstatt in Westenholz. Während er in seiner Heimatgemeinde noch recht unbekannt ist, hat sich der sympathische junge Mann in der Pyrotechniker-Branche jedoch schon einen sehr guten Namen erarbeitet.
So ist er an vielen Projekten im Ausland von Dubai über Nizza nach Monaco bis Abu Dhabi beteiligt und verzauberte mit seinen Pyroeffekten schon in verschiedenen Fernsehshows, wie beispielsweise Germanys Next Topmodell. Da ist es selbstverständlich, dass in dieser Reihe noch ein besonderes Highlight fehlt – der Katharinenmarkt. Michael Sprick selbst gibt zu, dass Delbrück eine ganz andere Hausnummer für ihn ist, als seine sonstigen Einsatzorte, aber das ist keineswegs negativ gemeint. „Ich bin nervös“, bestätigt er. „Hier bin ich nicht einfach so weg und vergessen, wenn etwas schief geht und es den Leuten nicht gefällt.“ Doch darum braucht er sich eigentlich keine Sorgen machen, denn Sprick weiß ganz genau, was er will und wie es aussehen soll. Etwa eine Woche lang hat er an dem rund achtminütigen Feuerwerk programmiert und die passende Musik ausgesucht. Eine Generalprobe kann es bei seinen Einsätzen freilich nicht geben und so muss er wirklich bis zum Katharinenmontag warten, um zu wissen, ob seine Einschätzung, Erfahrung und die viele Arbeit im Vorfeld wirklich das Resultat hervorbringen, das er sich wünscht. Dabei sind viele Variablen einzubeziehen. Die Größe der Bomben, das Alter des Schwarzpulvers, kleine Unebenheiten am Boden, Wind – alle Komponenten für sich genommen, können dazu führen, dass die Bilder am Himmel sich nicht so darstellen, wie gewünscht. Hinzukommen können natürlich auch handwerklich technische Pannen, wenn beispielsweise beim Aufbau Kabel in der verkehrten Reihenfolge der Effekte eingesteckt werden. Deshalb gibt es vorher auch immer eine technische Überprüfung am Computer. Eine echte Garantie ist das natürlich nicht. Auf dem Handy hat Sprick eine kleine Simulation des Ablaufes erstellt, die der Stadtanzeiger sich angucken durfte. Beeindruckende Figuren, exakt zur Musik abgestimmte Effekte und ganz viel Gefühl – der Betrachter merkt deutlich, dass dieses Feuerwerk nicht einfach nur ein Job ist, sondern dass ein Delbrücker dahintersteckt, der sich viele Gedanken und Mühe gemacht hat. „Ein Feuerwerk muss nicht nur sicht- und hörbar, sondern auch spürbar sein“, sagt er und legt sich dabei die Hand auf den Bauch. „Ich wollte nicht nur eine bunte Hütte, sondern habe bei der Auswahl auf die Qualität geachtet“, erklärt der Pyrotechniker. Um die Effekte besser sichtbar zu machen, hat er sich für den Einsatz auf dem Katharinenmarkt extra eine Arbeitsbühne bestellt, auf der er einige Meter mit dem Feuerwerk überbrücken kann. Schließlich baut er hinter dem Festzelt auf und diese Höhe muss erstmal überwunden werden. Einen Tipp gibt er allen Zuschauern, nicht nur beim Katharinenmarktsfeuerwerk: „Die Effekte, Bilder und Lichter sollten nicht durch ein Handy beobachtet werden. Die einzigartige Atmosphäre kann nur direkt übertragen werden. Kameras nehmen viel von diesen Emotionen weg.“