Von „Wunderleim“ und hartem Altholz…

Bezirkskönigsschießen in Varensell: „zähe Suppenhühner“ im Kugelfang

Majestäten unter sich: Das Bezirkskönigspaar Beate und Udo Kanter umrahmt den neuen Bezirksjungschützenkönig Fabian Heitz

Varensell (robui). Dieses Geheimnis möchten manch Schützenverantwortliche nicht wirklich kennen: Die Kombination aus abgelagertem Birkenholz und Wunderleim dürfte bei den nächsten Terminen der neuen Schützensaison unvewendet bleiben. Sprich: Das Bezirksschützenfest sah dieses Mal zwei äußerst zähe „Geier“.
Dass am Ende Udo Kanter bei den Senioren und Fabian Heitzig beim Nachwuchs die Titel abräumten, das kam in beiden Fällen, vor allem aber in zweiterem, einer Erlösung gleich.
Gut zweieinhalb Stunden dauerte es des Samstags, noch einmal ein lockeres Stündchen mehr am Sonntag, bis der Adler endlich besiegt war.
Man munkelte nach dem Jung­schützenschießen gar etwas von über 1.700 Schuss – und wer den gesamten Bewerb mitverfolgt hat, mag das auch glauben.
Nun war es nicht so, dass im frühsommerlichen Sonnenlicht schlecht gezieltwurde, oder das „Zielwasser in Strömen“ genauere Treffer verhinderte. Von wegen:
Ob mit oder ohnekühlen Blonden in der Kehle, der Schützennachwuchs traf durchaus dank von den Schießmeistern perfekt justierter Gewehre. Wieder und wieder schlugen die Patronen auf den Vogel ein, doch von Reaktionen war so gar nichts zu merken. Nichts riss, nichts platzte, und selbst die Druffeler Weisheit
„Schieß auf den Schwanz, dann fällt er ganz“, verpuffte im Qualm an den Gewehrläufen. Es war schlichtweg zum Verzweifeln.
Insbesondere für jene, die unbedingt den Titel haben wollten. So wie Udo Kanter, der von Ehefrau Beate das Glücksbringerküsschen bekam –
und dennoch immer wieder aufs Neue antreten musste. Am Ende war ihm und seiner Königin die Glücksgöttin hold. Und ganz Bokel freute sich über den zweiten
Bezirkskönig in der Dorfgeschichte. Bei den Jungschützen regiert Fabian Heitzig aus Bad Waldliesborn, der für die Benteler Schützen antrat.