Vermeindlicher Cessna-Absturz sorgt für Großeinsatz

Motorsegler übt eine Notlandung – Augenzeugen melden Flugzeugunfall am Steinhorster Becken

Eine gesichtete Tragfläche erwies sich bei näherer Betrachtung als ­Ladebordwand eines Lkw.

S t e i n h o r s t (mad). Die Cessna eines Piloten aus Oerlinghausen befand sich im Sinkflug über einem Maisfeld am Stein­horster Becken. Augenzeugen hielten das Übungs-Manöver für einen Notfall und alarmierten die Rettungsleitstelle.
Mit ausgestelltem Motor simulierte der Pilot des Motorseglers eine Notlandung, eine Übung im Rahmen der Segelflugausbildung. Mehrere Passanten hatten das Flugzeug sinken, aber wohl nicht wieder aufsteigen gesehen. Darum mehrten sich gegen 16 Uhr Anrufe bei den Rettungswachen und etwa 100 Rettungskräfte rückten aus. Diese gingen aufgrund der Schilderungen von einem Ernstfall aus. Die Vermutung eines Unfalls wurde auch noch bestärkt: Der Rettungshubschrauber Christoph 13 wurde zum Einsatz gerufen und die Besatzung sichtete in der Nähe des Steinhorster Beckens Gegenstände, die aus der Luft wie Wrackteile eines Flugzeugs aussahen. Vom Wanderparkplatz an der Neubrückstraße aus machten sich Rettungskräfte auf die Suche nach den vermeindlichen Wrackteilen und konnten sie –
was aus der Luft nicht möglich war – als eine Ladebordwand sowie eine Plane eines Lkw identifizieren. Nachfragen bei der bei der Luftüberwachung beim Flughafen Paderborn-Lippstadt ergaben, dass sich zwei Flugzeuge im Luftraum befanden. Doch der Pilot des kleinen Sportflugzeugs war mit seiner Maschine längst sicher in Oerlinghausen gelandet. Johannes Grothoff, Leiter der Delbrücker Feuerwehr, war dennoch froh über die Alarmierung der aufmerksamen Augenzeugen: „Die Anrufer haben absolut richtig gehandelt. Hätte es sich tatsächlich um einen Absturz gehandelt, wäre es schließlich auf jede Sekunde angekommen.“

Eine zerschellte Flugzeugkanzel? Nein, es handelt sich um eine graue Plane eines Transporters. Fotos: privat