Und dann gab es tatsächlich den „lachenden Dritten“!

Bokeler Hubertus-Schützen sehen spannenden Wettkampf mit gleich drei ernsthaften Aspiranten

Das dauerte länger: Geduld brauchten die Zuschauer am frühen Montagabend, der Thron marschierte mit einer tüchtigen Versp

Rietberg-Bokel (robui). Aller guten Dinge sind drei? Stimmt. Das haben die St.-Hubertus-Schützen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Denn: Weil gleich ein Trio ernsthaft um die Königswürde kämpfte, konnten die vielen Besucher auf dem sonnenüberfluteten Doppeschen Festplatz ein wahrlich spannendes Vogelschießen beobachten.
Das dauerte in diesem Jahr mal gerade eine Stunde, inklusive des Programmpunktes „Gewehrlauf kühlen“. Und derweil die beiden vom Frühstück an gehandelten Bewerber Ludger Glasemacher und Rainer Wimmelbücker noch miteinander ins Gericht gingen, wer von den zwei Favoriten am Ende die Nase vorn haben dürfte, kam fröhlich Christian Sud­brock zur Vogelstange und machte glatt auch noch mit.

Sudbrock war vor 20 Jahren Jungregent…

Vor 20 Jahren Jungschützenkönig, hielt er den Zeitpunkt für gekommen, und der hölzerne Aar war offenbar dem jüngsten der Bewerber hold. Der 39jährige jubelte, derweil das Favoritenduo schlucken musste. Fair wurde gratuliert, anschließend
erfuhren die gescheiterten Königsanwärter Trost von den Kameraden in der Masse. Unterm Kugelfang reihte sich derweil eine schier endlos erscheinende Schlange von Gratulanten ein. Mitten drin: Sud­brocks Ehefrau und Königin Daniela sowie die beiden Kinder Nico und Romy.
Dass die Bokeler auf Wunderleim verzichteten, war dem Adler ziemlich deutlich anzumerken. Denn schon früh geriet er ins Trudeln und als Christian Döinghaus bei der Hatz auf den rechten Flügel (vom Adler aus gesehen!) so richtig gezielt durchlud, da machte der Aar auf der Schraube einen Satz nach vorne – und die lange Reihe potentieller Schützen hinter der Gewehranlage einen ebensolchen weit zurück.
Feuerpause? Abwarten? Taktieren? Nichts da, munter ging es immer weiter, und nahezu bis zum Schluss, als nur ein Stück Rumpf im Kugelfang noch wehrhaft war, beteiligten sich viele Grünröcke. So muss das sein! Früh schon waren die Insignien weg, die Krone holte mit dem 11. Schuss des Bewerbs Hermann-Josef Bökamp vom Kopf des geschnitzten Tieres. „Elli Fritz“ (Friedhelm Gehrmann) erwischte mit der 16. Patrone den Apfel, das Zepter blieb für Tobias Aufderheide nach 39 Schuss.
Verspätet aber glücklich – so erschienen am Montagabend Throngefolge, Königspaar und Kompanien auf dem Festplatz, wo schon zahlreiche Zaungäste auf die elegant gekleideten Hofstaat-Damen warteten. In festlich geschmückten Kutschen fuhren die Majestäten und begleitende Paare auf, umjubelt vom Schützenvolk, das nun in Bokel fast ein ganzes Jahr lang zwei Regentenpaaren wird huldigen dürfen. Denn: Die Sudbrockschen Vorgänger Udo und Beate Kanter bleiben ja noch Bezirkskönigspaar. Und: Man setzt berechtigte Hoffnungen in das Paar, dass es erstmals den Titel des Europakönigs an den Rand der Emsstadt holen wird.
Der Thron setzt sich wie folgt zusammen: Zeremonienmeisterpaar Christian und Anika Döinghaus, Adjutanten Tobias Brockschnieder und Marcel Grefer, Thronpaare Thomas und Nicole Wiedemann, Nils und Anke Norden, Daniel und Katharina Mertens, Jörg und Melanie Krähenhorst, Johanna und Marco Stüker sowie Hendrik und Lysann Kleinemeier.