Und 2018 geht‘s ab in den Süden (Anreppens natürlich)

Schnatgang der Anreppener entwickelt sich zum Erfolgsmodell – 80 Leute erkunden den Norden

Auch die jüngsten Teilnehmer hatten großen Spaß und erkundeten in den Wanderpausen selbstständig ihre Heimat. Dabei gab e

A n r e p p e n. Bei allerfeinstem Frühlingswetter machten sich über 80 Anreppener auf den Weg an die Nordgrenze des Römerdorfes. In diesem Jahr wurde besonders der Boker-Heide-Kanal in den Fokus gelegt. So erklärte Bernhard Börnemeier an mehreren Stellen umfassend und interessant viele historische Details des 1850 begonnenen Kanalprojektes.

In der Preußenzeit wurde unter immensen Anstrengungen in 3-jähriger Bauzeit dieses Vorhaben umgesetzt. Im Verlauf der Wanderung zeigte sich, dass der Hagenbach über weite Strecken Anreppens Grenze nach Norden bildet und sogar den Boker Kanal überquert. An Schleuse 2, die komplett auf Anreppener Boden liegt, erläuterte Andreas Steffens die hohe Ingenieursleistung damaliger Techniker. Die vielen Schleusen, Aquädukte und Stauwehre dienten der Bewässerung der ursprünglich sehr kargen Landschaft.

Kanalbau hatte sehr große finanzielle Probleme

Der damals so ambitionierte Kanalbau hatte mit großen finanziellen Problemen und oft nur geringer Akzeptanz der Grundbesitzer zu kämpfen. Bei Schleuse 2 wurde auch eine kurze Rast eingelegt, bei der die vielen Kinder gut gelaunt durch die Gegend streiften, Geocaches suchten und die Pause auf einem Aquädukt genossen. Nicht schlecht staunten die Teilnehmer, als Vertreter des Angelsportverein Boker-Heide den Fisch- und Artenreichtum des Gewässers erläuterten. „Dass hier Bachforellen und Eschen sowie die seltene Bachmuschel heimisch sind, ist ein Zeichen für die außerordenliche gute Wasserqualität“ befand er. Der ASV sorgt unter anderem mit der Anlage von Laichplätzen und dem Einbringen von Fischbrut für gute Voraussetzungen für diesen Artenreichtum.
Weiter ging es für die Wanderer zum Nordpunkt Anreppens, der an der Grenze zu Ostenland und Bentfeld einen 3-Dörfer-Punkt bildet.

Schnatgang führt in längst vergessene Landschaften

Michael Kohrs hatte diesen Punkt per GPS Navigation geortet und dort wurde dann auch die von ihm erstellte Grenzmarke gesetzt. Weiter ging es über den Geldberg, an dem vor etwa 165 Jahren das Geld an die Kanalarbeiter ausgezahlt wurde, über den Zwetschgenweg wieder Richtung Süden. Die B64 wurde überquert und über den Plaggenweg ging es nach Leste Zentrum zum großen Lester See. „Viele Wanderer haben wieder einige bislang unbekannte Ecken unseres Dorfes gesehen“, meinte Mitorganisator Friedrich Richter, während er die Bedeutung des Schnatgangs kurz erläuterte. Beim Schnatgang (oder „Schnadegang“) wurde in längst vergangenen Zeiten die Einhaltung der Ortsgrenzen überwacht.
Nachdem die muntere Wandergruppe – übrigens im Alter zwischen sechs und 76 – das Wasserwerk passiert hatte, ging es  zurück zur Dorfhalle. Dort hatte der Elternverein des Anreppener Kindergartens ein himmlisches Kuchenbuffet aufgebaut. Für den herzhaften Hunger der Wanderer bot das Team der Landfleischerei Schulte-Hörste leckerste Würstchen. „Auch der 2. Schnatgang ist hervorragend gelaufen“, meinte Vorsitzender Michael Rempe. Und dieser Meinung waren auch die ganze Wanderschar. Also heißt es 2018: Hey – ab in den Süden… (Anreppens natürlich!)

 

Insgesamt über 80 Teilnehmer sah der diesjährige Schnatgang in Anreppen, der zweite seiner Art überhaupt.