„Stille Nacht…“ am 24.12. vor 200 Jahren Uraufgeführt

Sinnliches Weihnachtslied, welches die Sehnsüchte nach Frieden beschrieb wurde zum Welthit

Texter und Komponist, die vor 200 Jahren einen Welthit schrieben
Abbildung: © Stille Nacht Museum Hallein | Stille Nacht Ar

Rietberg und überall: Die Frage, wer es nicht kennt – erübrigt sich. Weltweit singen ca. 2,4 Mrd. Menschen in über 330 Sprachen dieses Lied als Ausdruck einer Friedensbotschaft, mit dem Wunsch nach Erlösung und Liebe. Tröstende Worte und sanfte Töne, die die Herzen berühren, Grenzen überwinden, Menschen verbinden. Unabhängig von Herkunft, Alter und Religion.
1816 verfasste Joseph Mohr den sechsstrophigen Text.Nach dem Studium der Philosophie und Theologie war der 24-Jährige als katholischer Hilfspriester in der Gemeinde Mariapfarr im Lungau im Südosten des Salzburger Landes.  1817 lernte Joseph Mohr Franz Xaver Gruber kennen, der als Lehrer und Organist von 1807

Uraufführung: Gesangsduo Mohr/Gruber mit Gitarre

bis 1829 in Arnsdorf wirkte. Eine lebenslang andauernde Freundschaft begann und Mohr bat 1818 Franz Xaver Gruber, sein Gedicht „Stille Nacht“ zu vertonen. Gruber komponierte daraufhin die eingängige Melodie. Noch im selben Jahr sangen beide die Uraufführung mit Gitarrenbegleitung in der Christmette am heiligen Abend in der St.-Nikola-Kirche in Oberndorf.
Das Lied erfasste die Herzen der Menschen und wurde vom ersten Moment an unvergesslich. Texter und Komponist hatten damit einen Welthit geschaffen, ohne jemals zu Lebzeiten vom bahnbrechenden Erfolg ihres Werkes zu erfahren. Die Verbreitung von „Stille Nacht“ war für die damalige Zeit rasant. Sängerfamilien nahmen den Titel in ihr Repertoire. Heiligabend 1919 ließen die Rainer Sänger die „Stille Nacht“ in der Kirche von Fügen im Zillertal erklingen. Aus diesem Tal zogen sie mit Handwerkerfamilien durch halb Europa und traten bei Konzerten auf. Eine von ihnen war die Familie Strasser aus Laimach. Jahr für Jahr reisten sie zur Leipziger Messe, um zu singen und Handschuhe zu verkaufen. Am 24. Dezember 1831 sangen sie „Stille Nacht“ bei einem Leipziger Konzert. Die Menschen waren fasziniert, das Lied gelang zu Ruhm in ganz Deutschland.
1839 brachten die Rainer-Sänger die Komposition in die USA. „Silent Night“ wurde danach die englische Übersetzung des geistlichen John Freeman Young, der dem Lied damit einen unauslöschbaren Platz in der englischsprachigen Welt sicherte. 1866 gelangt „Stille Nacht“ erstmalig in ein offizielles Kirchenliederbuch in Salzburg. Welche Kraft dieses Lied besitzt, wurde am heiligen Abend 1914 deutlich, als die Waffen in den Schützengräben schwiegen. In England, Deutschland und Frankreich stimmten die Soldaten über die Front hinweg dieses Lied an –
ein Gänsehautgefühl, wenn diese Vorstellung bildhaft wird. In wenigen Tagen erklingt es wieder. 200 Jahre nach seiner Uraufführung hat es über die Jahrhunderte hinweg nichts an seiner Bedeutung eingebüßt. Damals wie heute klingt Frieden und Sehnsucht aus dem Werk – und ist damit aktueller denn je..