Selfie für die Ewigkeit – Kanzlerin gibt sich bürgernah

Angela Merkel hat im „Hochsicherheitstrakt“ im Herzen Steinhorsts keinerlei Berührungsängste

S t e i n h o r s t . Kaiserwetter für die Kanzlerin – strahlender Sonnenschein empfing Angela Merkel am Sonntag inmitten des Dorfes – und mit ihm fast 3000 Menschen aus dem Umland. Ob Steinhorsts knapp 800 Einwohner alle direkt am Festplatz dabei waren, ist nicht klar, sie hatten in den Tagen vor dem Großereignis geduldig so einiges ertragen.

Denn eine Stippvisite der mächtigsten Frau mindestens Europas ist natürlich begleitet von exorbitanten Sicherheitsmaßnahmen. Tage vor dem eigentlichen Termin wurde das „emsige Dörflein“ bereit zum Hochsicherheitstrakt. Was es heißt, die Kanzlerin schützen zu wollen, erfuhren auch die Aktiven der Ostenländer Blaskapelle. Die Ehre, bei der Großveranstaltung im Zelt vor über 1600 Menschen für die musikalische Unterhaltung sorgen zu dürfen, ging einher mit einer Trennung von den Instrumenten. Ausnahmslos alle Aktiven mussten diese zuvor abgeben. Pauken, Posaunen und Co landeten beim Bundeskriminalamt, wo sie auf‘s Genaueste geprüft wurden. Erst unmittelbar vor dem Auftritt gab es die Teile zurück. Auch die Pressevertreter wurden mit ihren Angaben im Vorfeld vom BKA durchgecheckt und mussten sich am Eingang ausgiebigen Kontrollen unterziehen. Anders als die Besucher im Zelt, die bei Brezen, Bratwurst und Bier auf die Kanzlerin warteten. Merkels Einmarsch glich einem Triumphzug, im Unterschied zu allen anderen Auftrittsorten an den Vortagen gab es keine Krawalle und keine Störungen in Steinhorst, nur ein einzelner Protestler lief draußen umher.