Seit 22 Jahren der gute Geist der närrischen Tollitäten

Schluss mit lustig: Grafschaftler-Prinzenbetreuer Friedel Barry gibt sein Amt in andere Hände

Der Prinzenbetreuer in Aktion beim Besuch des Rietberger Stadtanzeigers im Jahre 2015 mit dem amtierenden Prinzenpaar Simon I

Rietberg. Uwe und Birgit Boldt waren 1997 das erste Prinzenpaar, dessen Amtsbegleitung er übernahm. Seither hat Friedel Barry sich zum verlässlichen Bollwerk hinter den gekrönten Humor-Adeligen jeder Session entwickelt. „Weil es mir Spaß macht“, antwortet Friedel auf die Frage, warum er diese ehrenamtlichen Mammutaufgaben fast alleine stemmt.
Uwe und Birgit Boldt waren 1997 das erste Prinzenpaar, dessen Amtsbegleitung er übernahm. Seither hat Friedel Barry sich zum verlässlichen Bollwerk hinter den gekrönten Humor-Adeligen jeder Session entwickelt. „Weil es mir Spaß macht“, antwortet Friedel auf die Frage, warum er diese ehrenamtlichen Mammutaufgaben fast alleine stemmt. Bis zu 60 Termine standen pro Jahr für die jeweiligen amtierenden Narrenoberhäupter auf dem Plan. Ca. 40 in der Session, 20 im weiteren laufenden Jahr. Mit einer der emotionalen Höhepunkte, ist der Tag der Proklamation. Das lange gehütete Geheimnis wird gelüftet. Anspannung wechselt in pure Freude, wenn der Fanfarenzug das Zeichen zum Einmarsch gibt. Das gilt dann auch für den Betreuer. Wochen, teilweise Monate der Vorbereitung, sind dann abgeschlossen. Kostüme ausgewählt, Geheimnis gehütet, geheime Gespräche geführt und die auserwählten auf geheimen Wegen, vermummt ins Schulzentrum geleitet. Der Abend er Proklamation endet bei bester Feierlaune in den frühen Morgenstunden. Routiniert und mit einem großen Erfahrungspotential beginnt dann auch für Friedel wieder die neue Session.
Ständig an der Seite der Tollitäten koordiniert er alle Termine, ist Chauffeur Tag und Nacht bei den Amtspflichten, besorgt Blumen und Präsente. Am Rosenmontag betreut er auch die Pagen auf den Prunkwagen, sorgt für ihre Kostüme und die Unversehrtheit beim Umzug. Ein Full-Time-Job, schon seit 22 Jahren und das während der Session völlig alkoholfrei. „Wenn ich eine Aufgabe übernehme, dann mache ich sie 100-prozentig“, begründet Friedel seine gelebte Disziplin. Seit fünf Jahren ist er im beruflichen Ruhestand. Früher hatte er sich für seinen Karneval jährlich eine Woche Urlaub genommen, um seine Betreueraufgaben zu realisieren. Seit langem ist Friedel Barry mit im Trio, welches die Prinzenpaare auswählt. „Es hat jedes Jahr eine Riesenfreude gemacht, mit und für die neuen Prinzenpaare die Session zu gestalten und sie zu begleiten“. Für sein Engagement bei den Karnevalisten wurde Friedel Barry mit dem höchsten Orden der GKGR,
dem Goldenen Tor, geehrt. Darin war auch der Dank für seine Arbeit im Karnevalsarchiv eingebunden, welches er auch betreute. Nach den besonderen Erlebnissen aus seiner Zeit gefragt, sagte Barry: „Das Fahneaufstellen beim Prinzenpaar Klaus und Annette Ebbesmeier im Jahr 2001 war unvergesslich. Beim Lochbohren für die Fahnenstange trafen die Karnevalisten die unterirdische Gasleitung. Lautes Zischen und helle Aufregung waren die Folge. Das Leck in der Leitung wurde schnell geschlossen, es gab keine weiteren Schäden“.
Voll des Lobes waren Prinzenpaare, die sporadisch vom RSA zum Betreuungsservice gefragt wurden. „Super, ein rundum
Sorglospaket für eine gesamte Session“, sagte Michael Wieland (Prinz 1999 mit Prinzessin Uschi Wieland). „Er hat uns total den Rücken frei gehalten, seine Zuverlässigkeit, und der Chauffeur-Service, sind ehrenamtliche Dienstleitungen von Friedel. Zu den Terminen, nicht selbst fahren zu müssen, ist schon ein wohltuender Luxus“. Ralf Peterhanwahr, Prinz 2006 und Prinzessin Susanne Regenberg. „Du brauchst an nichts zu denken. Friedel macht alles und hatte sogar für Notfälle Nähzeug in der Tasche“, schwärmt Heike Peters (Prinzessin 2014 mit Prinz Heiko Thieme).