Schon bald residieren Senioren auf dem Gut Rietberg

Die Diakonie Gütersloh lässt ehemalige Stallungen umbauen – Einzug für Sommer 2020 geplant

Rietberg (mad). Es tut sich was auf dem altehrwürdigen Gut Rietberg: Das schöne Haupthaus, einst der Stall für die Mutterstuten, bekommt eine neue Widmung, denn hier entstehen nun unter der Regie von Architekt Frank Hurlbrink barrierefreie Wohnungen für die ältere Generation. Im Sommer 2020 sollen sie bezugsfertig sein.

„Kann man idyllischer wohnen als hier?“, fragt Architekt Frank Hurlbrink. Er selber genieße es, wenn er die Umbauphase begleitend in dem großen Gebäude auf Gut Rietberg das Wiehern der Pferde von nebenan oder deren Hufgeklapper auf dem Asphalt hören kann. Genießen können dies ab Sommer 2020 auch die Senioren, die die neuen Räume der Diakonie beziehen. Der Stall, in dem einst der vielversprechende Nachwuchs des Gestüts das Licht der Welt erblickte, wird nun komplett entkernt und umgebaut. Hier lässt die Diakonie Gütersloh auf 800 Quadratmetern altersgerechte Wohnräume für Senioren entstehen, alle mit einem Badezimmer ausgestattet. „Natürlich werden die Fenster nach unten hin vergrößert“, sagt Hurlbrink. Im Dachgeschoss entstehen weitere sieben Wohnungen, entweder für ältere Menschen, die sich noch etwas Eigenständigkeit bewahren möchten, dennoch die Nähe zu Unterstützungsangeboten schätzen, oder für Angehörige der pflegebedürftigen Senioren im Erdgeschoss. Um die Barrierefreiheit zu gewährleisten wird im jetzigen Deelenbereich, in dem noch die Gestütsfarben Blau und Weiß zu sehen sind, ein Fahrstuhl eingebaut. Linksseitig wird die Durchfahrt geschlossen, bekommt eine Glasfassade und wird künftig das Hauptgebäude mit dem ehemaligen Hengststall, in dem die Küche, die Wäscherei sowie Büroräume eingerichtet
werden, verbinden. „Zwar handelt es sich nicht um einen Gebäudebestand, der unter den Denkmalschutz fällt, aber wir behandeln den Bestand wie ein Denkmal und versuchen, seinen Charme genau so zu bewahren“, sagt Hurlbrink. Bauherr Carl Philipp Tenge-Rietberg zeigt sich erfreut über die Veränderungen und glaubt, dass sich die Senioren hier wohlfühlen werden. „Die Nutzung der Gebäude auf dem Gutshof hat sich über die Jahre immer wieder deutlich geändert. Dank der behutsamen architektonischen Veränderungen wird das Flair erhalten bleiben“, sagt Tenge-Rietberg. Mit Blick auf den in der Planung befindlichen Grafschaftslauf meint er: „Der Lauf wird sicherlich auch ein Highlight für die älteren Leute.“