„Schlimmer wäre es, es nicht zu versuchen“

24. Neujahrsempfang in der Cultura mit ausgewählten Worten und Werken

Rietberg (mad). Empfangen vom Bürgermeister persönlich bahnten sich die Besucher scharenweise den Weg ins Theaterrund, um dort gemeinsam einen besonderen Abend zu verleben. Ein Rückblick, ein Ausblick aber vor allem auch gute Unterhaltung standen im Mittelpunkt des traditionellen Neujahrsempfangs in der Rietberger Cultura.
Andreas Sunder läutete den Abend ein mit einer passend gehaltenen Rede – sowohl thematisch als auch umfänglich gemeint. „Wer rastet, der rostet“, sagte er und spielte an auf die vielen Dinge, die sich im vergangenen Jahr in Rietberg getan haben. Glasfaserausbau, der Bau von Schulgebäuden, die Stadtwerke – aber auch auf Projekte, die gescheitert sind: das City Outlet Center. „Die Verwaltung und ich sind nach dem 13. Mai nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen“, sagte Sunder. „Wir haben unsere Arbeit hinterfragt. War es richtig, diese Idee überhaupt zu verfolgen? Ja, denn der größte Fehler wäre gewesen, es gar nicht zu versuchen“, betonte er. „Hinfallen ist erlaubt, liegen bleiben nicht“, sagte das Stadtoberhaupt und bestätigte, dass ihm die Wiederwahl Rückenwind für seine Arbeit gebe. Nun stehe die Entwicklung der Innenstadt an. Da heißt es: anpacken, um Rietberg attraktiver zu machen. Und so leitete er über zu einem musikalisch beschwingten Abend, der mit „Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien“ (Franz von Suppé) wahrlich pompös begann. Beinahe berauschend war die Darbietung des Orchesters. So griff Mezzosopranistin Anna Werle direkt zur Flasche – nein, nicht um damit die Pause einzuläuten und ins Foyer zu den Getränken zu bitten. Das Requisit gehörte schlicht zu ihrer Arie „Ich lade gern mir Gäste ein“ aus der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss. Unter der Leitung von Dirigent David Marlow liefen die Musiker zur Höchstform auf und bescherten den Gästen ein besonderes Konzerterlebnis.