Ohne 26.000 Brötchenhälften wäre das nix geworden

Zum 25jährigen Baujubiläum der Stadthalle ist klar: Realisierung war nur mit Ehrenamt möglich

Delbrück (hds). Wenn sie da nicht schon seit einem Vierteljahrhundert Bestand hätte, so stünde eine Stadthalle sicher ganz ober auf der Wunschliste aller Delbrücker Bürger. Vor 25 Jahren wurde ein Bauvorhaben realisiert, das mit kräftiger Eigeninitiative, großem Ehrgeiz und der Hilfe der Delbrücker Bürgerschaft sowie den Vereinen zum Erfolg führte.
„So hat sich die Einrichtung im Laufe der Zeit bis weit über die Grenzen hinaus einen Namen gemacht“ betonte Rudolf Fraune als Vorsitzender des Stadthallenbauverein jetzt zur Geburtstagsfeier. „Es ist dort ein Ort entstanden wo sich die unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen sammeln und anspruchsvolle Programme und Veranstaltungen genießen und auch selber gestalten können“. Bereits im Jahr 1986 wurde die Initiative der damaligen Gründungsmitlieder des Delbrücker Hallenbauverein ergriffen, um das Projekt „Eine Halle für alle“ zu verwirklichen.
Als ein Mann der ersten Stunde und als einer der „Väter“ der Halle ist sicher Reinhold Hartmann zu betiteln. In seinem ausgiebigem Rückblick von der Grundidee und dem ersten Spantenstich bis hin zur Einweihung vor 25 Jahren konnten die Gäste so einiges erfahren, was an Hürden zu nehmen war. Letztlich wurde das Projekt ein Erfolg.

Auch der Bankdirektor schleppt damals Steine

Auf einer Gründungsversammlung im Februar 1986, zu der sich 46 Mitglieder eingefunden hatten, wurde die ersten Pläne ausgerollt. Architekt Stefan Kellner stellte die Zeichnungen vor und bezifferte die Gesamtkosten damals auf drei Millionen Mark.
„Schnell wuchs die Mitgliederzahl im Hallenbauverein an. Allen voran die 17 Delbrücker Vereine mit ihren 4000 Mitgliedern“ verkündete Reinhold Hartmann. „Auf eine höchst transparente Abwicklung wurde von Anfang an großen Wert gelegt, so dass die Bevölkerung immer und zu jeder Zeit sich mit eingebunden fühlen sollte“ so Hartmann. Ein neue Situation ergab sich als das angrenzende Jugendheim nach Erwerb mit in die Planung und das Bauvorhaben eingebunden wurde. So manche Spende oder der Erlös einer Veranstaltung flossen in die Kasse des Hallenbauverein. So konnte gleich zu Beginn an Spenden ein Betrag von 60.000 Mark auf das Stadthallenbaukonto verbucht werden. „Die heiße Phase der Bauaktivitäten begann am 31. März 1990 mit einem überdimensionalen Spatenstich“ erinnert sich Reinhold Hartmann.
Am 3. Mai 1991 nach 243 Arbeitstagen wehte bereits weit sichtbar der Richtkranz über dem Rohbau. Einen großen Anteil hatten dabei alle ehrenamtlichen Helfer die auf der Baustelle mit ihrem Fachwissen und Erfahrung kräftig mit anpackten. „So fanden sich vom Schüler bis hin zum Bankdirektor tatkräftige Helfer dort ein. Und leisteten stolze 6246 Arbeitseinsätze mit 18392 Arbeitsstunden“, bestätigte Hartmann.
„Auch wenn auf einer Großbaustelle üblich ein rauer Ton herrschte, so war dies schnell untereinander vergeben bei dem Betrachten des Vorschritt. So sind dort bei der gemeinsamen Arbeit Freundschaften und Bekanntschaften entstanden und halten noch bis heute an“ verriet Reinhold Hartmann und erzählte, dass „von den Frauen 26.775 halbe Brötchen und gut belegte Brote ganze zweieinhalb Jahre an die ehrenamtlichen Helfer auf der Baustelle verteilt wurden“.
Die Stadt Delbrück bezuschusste das Jahrhundert-Bauwerk, das mit 5,2 Millionen DM zu Buche schlug mit 2,2 Millionen. Die restlichen 3 Millionen wurden von Stadthallenbauverein aufgebracht. Darin ist die stolze Summe von 1,4 Millionen an Eigenleistung enthalten.
Der heutige erste Bürger, Werner Peitz, strich in seiner Rede die multifunktionelle Nutzung der Halle heraus. „Sie bietet für jede Veranstaltung das passende Raumkonzept.“ Er dankte allen am Erfolg Beteiligten.
Mit einem buntem Programm gaben etliche Tanzgruppen und Akteure ihren Teil zum 25 Jubiläum der Stadthalle Delbrück hinzu.
Rund 35 bis 45 kulturelle Veranstaltungen gibt es pro Jahr, die eine Besucherfrequenz von etwa 10.000 Personen aufweisen, somit kann man sagen, dass bereits eine Viertelmillion Besucher die besonderen Veranstaltungen, unter anderem mit Udo Jürgens, Dieter Bohlen, Roger Whittaker, Helene Fischer, Chris Barber und Co genossen haben. An etwa 130 Tagen im Jahr ist die Halle belegt, wenn auch nicht immer mit dem kompletten Raumprogramm.