Nicht jeder Bodenfund erfreut die Gemüter

Baugebiet Boke: Verfärbungen im Erdreich gefunden – LWL informiert

Beim Ausbaggern der Straßentrasse kamen Verfärbungen im Boden zum Vorschein. Nun muss der LWL den archäologischen Fund dok

Boke (mad). Erdreich abtragen, Straßentrasse vorbereiten, Grundstücksflächen erschließen. Doch als auf dem Baugebiet Hölzermannweg Süd in Boke der Mutterboden weggegraben wurde, kamen Verfärbungen im Boden zum Vorschein. Diese müssen nun vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) untersucht werden.
Es ist das übliche Prozedere, wenn bei Erschließungsarbeiten Bodenfunde entdeckt werden. Doch sie verzögern nun die geplanten Arbeiten. „Die Verfärbungen könnten auf alte Holzpfähle hindeuten“, erklärte Heinz Börnemeier, Leiter des Fachbereichs I Zentrale Dienste, in der jüngsten Ratssitzung. Jetzt werde eine Fachfirma hinzugezogen, um eine archäologische Untersuchung durchzuführen. „Das Bodendenkmal ist eh zerstört, sobald der Boden geöffnet wird“, so Börnemeier. Es gehe aber um die Dokumentation des Fundes. „Dabei könnte es sich um eine frühmittelalterliche Siedlung handeln“, sagte er. Doch auch jenseits der bereits freigelegten Straßentrasse werden Verfäbungen im Grund vermutet. Möglicherweise sind auch Bauplätze betroffen. Daher sei es sinnvoll, auch die Baufelder mit zu untersuchen, bevor nachher jeder Grundstückseigentümer selbst den LWL dazuholen muss. Auf Stadt und künftige Grundstückseigner kommen mit der Einbeziehung des LWL weitere Kosten zu. „Die sind derzeit noch nicht zu beziffern“, so Börnemeier.
Bevor der LWL seine Arbeiten nicht erledigt hat, kann es mit den Kanalbauarbeiten nicht weitergehen.

Die grüne Fläche zeigt den Bereich, in dem bereits Verfärbungen im Boden gefunden wurden. Grafik: Stadt Delbrück