Neuenkirchen im Wandel: Nicht alles gefällt den Bürgern

Gravierende Veränderungen stehen an – bei Wapelhorst sollen nun Mehrfamilienhäuser entstehen

Ein Bild aus längst vergangenen Zeiten - das Fachwerkgebäude stand noch nicht leer und vor dem Abriss und bei der Maikirmes

Rietberg-Neuenkirchen (robui). Welch‘ eine Themenvielfalt bei der offenen Bürgermeistersprechstunde im Wapeldorf (s. auch Bericht an anderer Stelle in dieser Ausgabe). Da war auf besondere Weise „Kirmes“ in der Aula. Und die Maikirmes auch ein Aspekt, der diskutiert wurde. Geplante Bebauungen auf dem Wapelhorst-Gelände gehörten ebenso dazu.
Genauso wie die umfangreichen Veränderungen, die rund um die Kirche, das Pfarrhaus und das Noch- und Zukunfts-Kolpinghaus kommen werden. Neuenkirchen verändert sein Gesicht enorm, das zeigt schon der großvolumige Bau auf dem früheren Becker-Gelände, neben dem derzeit ein zweiter Komplex, der bevorzugt für betreute Wohngruppen entsteht. Für das Areal Wapelhorst, das Modegeschäft, schloss Inhaber Heribert Wapelhorst im vergangenen Herbst aus Altersgründen

Auch Geschäfte dürfen neu gebaut werden

(RSA berichtete), sind der Abriss der dort befindlichen ehemaligen Fleischwarenfabrik (das Denkmalamt stellte es nach eingehender Untersuchung nicht unter Schutz) und der Neubau von Mehrfamilienhäusern vorgesehen.
Bürgermeister Andreas Sunder: „Das Gelände kann vom Eigentümer so genutzt werden wie er will. Und wenn ein Investor auf das Grundstück zugreift, hat er die Möglichkeit, hier etwas entstehen zu lassen, zum Beispiel Mehrfamilienhäuser oder auch Gebäude mit einer geschäftlichen Nutzung. Das muss umgebungsangepasst sein. Ich habe keine Sorge, dass hier etwas geschieht, was dem Ort in der Folge Schaden zufügen würde.“ So konterte er von Anliegern geäußerte Bedenken, es könnte ein „sozialer Brennpunkt“ entstehen.

Türkisches Café steht in der Anwohner-Kritik

Einen Vorschlag aus Reihen der Bürgerschaft, der Maikirmes mit einem neuen Standort für Karussells und Buden hinter dem neuen Kolpinghaus zu mehr Leben zu verschaffen, will die Verwaltung mit dem Vorbereitungsteam prüfen. Ebenso in der Kritik der Bürger: ein türkisches Café an der Langen Straße, das auf der Rückseite auch einen Biergarten betreiben darf. Zu lange, zu laut, vermutlich vielleicht auch illegales Glücksspiel, das waren die Vorwürfe seitens einiger Anwohner während der Bürgermeistersprechstunde in der vollen Aula.
Wie Andreas Sunder erklärte, seien aber bisher bei Kont­rollen seitens der Polizei und der Ordnungsbehörden keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden.