Macht der Sunder was falsch, dann gibt es gar Zunder

GKGR-Kinder-Prinzenpaar Tom Stücker und Maya Hanhardt hält eine viel bejubelte Antrittsrede. Fotos: RSA/Blöß & Hünemeier

R i e t b e r g (robui) Strahlend marschierten sie auf die Bühne – von Lampenfieber angesichts des großen und erwartungsfrohen Auditoriums keine Spur. Zwei Neunjährige bilden das neue Kinderprinzenpaar der Grafschaftler Karnevalsgesellschaft. 

Tom I. Stücker und Maya I. Handhardt gehen beide in die vierte Jahrgangsstufe der Emsgrundschule. Und beide sind jeck vorbelastet, da ihre Großmütter schon als Prinzessinnen im Fasching unterwegs waren. Kindertollität Maya hat zudem mit Holger Hanhardt einen bekannten karnevalistisch aktiven Vater, der im Vorfeld der großen Proklamationssitzung vorige Woche noch als Favorit für die Prinzenrolle heiß gehandelt worden war. Der stolze Papa tanzte lange in der Prinzengarde und gehört zu den führenden Köpfen der Truppe Potsch. „Die Leute in Rietberg alle dachten, mein Vater würde den Prinzen machen, doch jetzt lassen wir zwei es richtig krachen“, verkündete Maya in ihrer Antrittsrede vor rund 550 Besuchern in der Cultura. „Tanzen, Schunkeln, Frohsinn verbreiten, viele Bonbons werfen und die Narrenburg leiten“, ist das Motto der Kinderregenten und ebenso: „Die Eltern und die Schule können uns mal.“ Ganz weltmännisch politisch kommentierten sie: „Könnten wir mal die Outlet-Pläne sichten? Du weißt doch, die Entscheidung trifft der Sunder und ist die mal falsch gibt’s von uns Zunder. Wir werden richtig regieren, das wäre doch gelacht, wir zeigen den Politikern wie man es macht.“ Eingebettet war die von Präsident Robert Junkerkalefeld moderierte Proklamation in ein abwechslungsreiches, kindgerechtes Programm, in dem sich das Rundtheater zur Narrenburg mauserte. Mit Garde- und Showtanz umrahmte die Jugend-Prinzengarde das offizielle Zeremoniell. Auch die Grafspatzen traten mit zwei Choreographien auf. Für reichlich Stimmung sorgte der Fanfarenzug im weiten Rund der Cultura.