Kritik am LEP: „Wir sind Bestfalen, nicht Restfalen!“

Peitz verkündet zum Unternehmertag guten Stand bei Gesprächen für weiteren Innenstadtumbau

Der DUG-Sprecher Fritz Wilhelm Pahl begrüßte den Referenten Wolf Meier-Scheuven und Delbrücks Bürgermeister Werner Peitz

D e l b r ü c k (rb). „Ostwestfalen im Wandel – Herausforderungen für die Wirtschaft“, lautete das Thema von Gastredner Wolf Meier-Scheuven beim nun schon 28. Tag der Del­brücker Unternehmergruppe (DUG). „Wir sind doch auf einer Insel der Glückseligen“, beurteilte der Präsident der Indus­trie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld die Region überaus positiv, um anschließend die enormen Risiken und Chancen von Globalisierung, von Digitalisierung und des demografischen Wandels für das Pubikum genauer zu analysieren.

Traditionell am Mittwoch vor dem Katharinenmarkt begrüßte DUG-Sprecher Fritz Wilhelm Pahl gut 200 Gäste in der Stadthalle. Mit gewohnt deutlichen Worten gab Pahl   einen kurzen Überblick über die aktuellen Geschehnisse in Delbrück. Er sei vor Schreck fast in den Gegenverkehr geraten, als er im Himmelreich den langgestreckten Monsterbau gesehen habe, so sein persönlicher Eindruck. Bereits beschlossene Maßnahmen, wie zum Beispiel der Anbau eines Lehrschwimmbeckens an das Hallenbad für weitere zwei Millionen Euro stellte er angesichts der Schuldenspirale in Frage. Den Wandel als Chance zu sehen, rief das Stadt­oberhaupt alle auf. „Kompromisse sind möglich, wenn man nur will. Für den zweiten Abschnitt beim Innenstadtumbau wünsche ich mir das gleiche Verständnis, wie bei den ersten Beteiligten“, leitete Peitz die Auflistung zahlreicher neuer Projekte ein. „Wahlen zeigen, dass wir vielfach Angst vor Veränderungen haben“, machte Meier-Scheuven deutlich, dass leichte Lösungen häufig falsch seien. Die hohe Dichte von inhabergeführten Unternehmen, die langfristigen Bestand vor schnellen Gewinnen stellen würden, sah er ebenso als wichtigen Wettbewerbsfaktor wie das Netzwerk mit der Wissenschaft.
Scharf kritisierten Pahl, Peitz und der Gastredner den Landesentwicklungsplan (LEP) sowie schlechte Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und eine Bevorteilung der Gebiete an Rhein und Ruhr: „Wir sind Bestfalen, nicht Restfalen. Wenn Unternehmen am Ort nicht mehr erweitern können, gehen sie woanders hin.“