Kaufverträge unterzeichnet – Haus Vita wird Geschichte

Säkulargemeinschaft bleibt aber in Rietberg – andernorts wurde kein passender Standort gefunden

R i e t b e r g (robui). Die Würfel sind gefallen – das Institu Vita ist verkauft. „Ja, die Verträge sind unterzeichnet“, erklärte gestern Hausleiterin Sabine Wiemann im Gespräch mit dem RSA. Es habe noch Änderungen gegeben im Unterschied zu den ersten Überlegungen, so verbleibt beispielsweise das sogenannte „Wäldchengrundstück“ für die Gemeinschaft.

Damit ist auch klar – wenn aus dem Vita-Gebäude und seinen Anlagen ein Senioren pflegeheim mit allem drum und dran wird – heißt das nicht, dass die Damen weggehen werden.
Die Option, am angestammten Standort zu bleiben, hatte die Säkulargemeinschaft immer, doch zwischenzeitlich habe man, so Sabine Wiemann exklusiv zum RSA, sich auch „nach anderen Möglichkeiten umgeschaut“.

Bebauungsplan erfährt doch viele „Anregungen“

Allerdings sei „nichts passendes“ zu finden gewesen. Wäre das anders, hätten sich die 14 Frauen auch vorstellen können, aus Rietberg wegzugehen und an einem anderen Standort ihre Bildungsarbeit fortzusetzen. Hierbleiben, das heißt in dem Fall allerdings nicht, dass die Räume im Haupthaus weiter zur Verfügung stehen. Dort wird bekanntlich ein Seniorenheim eingerichtet, ein entsprechender, umfangreicher Umbau ist in der Vorplanung. Die Vita-Damen werden sich “was Eigenes“ schaffen, ein Gebäude mit dem Standort „Wäldchen“. Das befindet sich zur angrenzenden Wohnbebauung in Richtung Bahnhofstraße gleich hinter der Grotte. Doch wann das alles Realität wird, das hängt vom laufenden Bebauungsplanverfahren namens „Luisenstraße“ ab. Der Planungsbereich enthält nicht nur die weitläufigen Vita-Flächen sondern auch angrenzende Grundstücke, auf denen privat Häuser entstehen sollen. Und davon sind dortige Anlieger nicht begeistert.
Gerade erst haben die Pläne ausgelegen, konnten soRietbergs Bürger Bedenken äußern und Anregungen geben. Am 29. August endete die Frist, und, wie Bürgermeister Andreas Sunder auf RSA-Anfrage erklärte, es habe durchaus Eingaben aus der Bevölkerung gegeben.

Realisierung kann nicht vor dem Frühjahr 2018 starten

Welchen Inhaltes diese sind, das ist derzeit noch nichtöffentlich. In den kommenden Tagen würden in der Verwaltung die Kommentare, Bedenken und Ideen der Bürgerschaft genau analysiert. Dann folgen detaillierte Stellungnahmen seitens der Verwaltung dazu. Beides wird in komprimierter Form in der vermutlich schon nächsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses Ende September der Politik und damit auch der Öffentlichkeit vorgestellt. Sollte ein einvernehmlicher Beschluss erzielt werden, heißt das nicht, dass die Bagger am Vita anrücken können, um die geplanten Ergänzungsbauten zum Seniorenzentrum zu errichten. Erst müssen noch einmal die überarbeiteten Pläne ausgelegt werden, dann die darauf eingegangenen Stellungnahmen bearbeitet und so weiter. Falls alles ohne Probleme verlaufe, könnte ein Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan zum Jahresende stehen.
Danach folgten, wie Sunder weiter ausführte, noch die Bearbeitungen des Bauantragsverfahrens. Und somit sei an einen Baubeginn frühestens für das Frühjahr 2018 zu denken, dämpft das Stadtoberhaupt etwaige Erwartungen hinsichtlich des symbolischen ersten Spatenstichs schon in diesem Jahr.
Vom November 2017 hatten zu Beginn die Investoren, die WirtschaftsHaus AG mit Sitz in Hannover, geträumt, wie der RSA seinerzeit exklusiv berichten konnte. Schon damals im Januar äußerte der RSA in einem Redaktionskommentar Bedenken an dem ehrgeizigen Zeitplan. Das bewahrheitet sich jetzt.

Öffentliches Interesse am Investitionskonzept ist groß

In einer Bürgerversammlung hatten die Vertreter des Unternehmens und seiner Kooperationspartner zu Jahresbeginn ihre Überlegungen der Öffentlichkeit vorgestellt und unerwartet große Resonanz erfahren. Unter dem Arbeitstitel „Lebens- und Gesundheitszentrum mit Seniorenstift“ geht es um Pflege und Betreuung, sowohl stationär wie ambulant, älterer Menschen. Eine Option beinhalten die Kaufverträge mit dem Institut Vita: Der Kauf ist abhängig davon, ob die geplante Bebauung, Sanierung und Nutzung auch realisiert werden kann.