Jugendwerk Rietberg expandiert ins Delbrücker Land

Ehemaliges Hotel wird zu einem Wohnhaus umgebaut und bietet bald Platz für 15 Jugendliche

Tobias Heimann (links), pädagogischer Leiter, und Bereichsleiter André Kriemann vom Jugendwerk freuen sich auf das neue Woh

Rietberg/Delbrück (mad). Bislang bot das Jugendwerk Rietberg Wohnunterkünfte für junge Menschen mit Betreuungsbedarf in Neuenkirchen an. Doch dort „platzen“ die Unterbringungsmöglichkeiten aus allen Nähten, so Tobias Heimann. Der pädagogische Leiter beim Jugendwerk Rietberg (JWR) freut sich daher umso mehr, dass jüngst in Delbrück das ehemalige Hotelgebäude „Zum Wiesengrund“ erworben werden konnte. Hier sollen demnächst etwa 15 Jugendliche einziehen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr in ihrem Elternhaus wohnen

Das neue Wohnhaus bietet Platz für 15 Jugendliche

können. In der Regel stellt das Jugendamt den Bedarf fest und sucht nach einem geeigneten Wohnplatz. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, diese Jugendlichen zu begleiten und sie auf ein selbständiges Leben vorzubereiten“, sagt Heimann. Das ehemalige Hotelgebäude ermöglicht auf rund 700 Quadratmetern Wohnfläche eine Einteilung in 2er- oder 4er-Gruppen und eine 6er-WG. Jeder Bereich verfügt über einen eigenen Aufenthaltsraum. Zudem können die Jugendlichen in der großen Küche im Erdgeschoss gemeinsam kochen und essen. Außerdem wird der große Saal umgebaut zu einer Art Jugendtreff. „Dort können noch ein Kickertisch oder ein Billardtisch hin. Und wir möchten eine kleine Werkstatt einrichten“, erklärt Bereichsleiter André Kriemann. Durch das Leben in der WG sollen die Jugendlichen lernen, sich um ihre Bereiche zu kümmern: Wäsche waschen, putzen, aufräumen, einkaufen gehen – all das, was zum richtigen Leben gehört. Vor Ort natürlich in der Anfangszeit mit der Unterstützung der Pädagogen vom JWR. Die Betreuer und Ansprechpartner sind rund um die Uhr vertreten. „Schritt für Schritt soll es so auf den Weg in die Selbständigkeit gehen“, sagt Kriemann. Durch Kontakte zu hiesigen Handwerksbetrieben soll der Schritt in die Berufstätigkeit geebnet werden.
Das riesige Außengelände an der Straße Hellenkamp bietet mit großen Rasenflächen, gemütlichen Ecken zum Sitzen, einer großen Grillecke sowie einer kleinen Kota reichlich Möglichkeiten, um sich mit anderen zusammenzusetzen oder sich auch mal alleine zurückzuziehen. „Mit diesem Grundstück haben wir mehr als Glück“, sagt Heimann. 9.500 Quadratmeter stehen zur Verfügung, die künftig gemeinsam mit den Jugendlichen gestaltet werden sollen.
Das JWR ist über seinen Träger „Jugendhilfe im Erzbistum Paderborn gGmbH“ an den Caritasverband angeschlossen. Es agiert als eine heilpädagogisch-therapeutische Einrichtung der Jugendhilfe.

Das Außengelände bietet viele Möglichkeiten für gesellige Runden oder aber auch um sich alleine zurückzuziehen.
Eine großzügige Küche mit angrenzendem Esszimmer bietet allen künftigen Bewohnern reichlich Platz.