Johlender Beifall und ein strahlendes Prinzenpaar

Gigantisch: Rietberger Karnevalisten fackeln in der Schulaula ein humoristisches Feuerwerk ab

Und los geht es! So kennt man es in Rietberg: Kaum geht der Einmarsch Richtung Bühne los, steht die Narrenbude Kopf. Fotos:

Rietberg (hds). Da galt es, erstmal jede Menge Hände zu schütteln und reichlich Glückwünsche entgegen zu nehmen, für das neue Prinzenpaar auf seinem Weg zur Rietberger Narrenbühne. Und da standen strahlend im Rampenlicht der Grafschaftler Kanevalsgesellschaft: Marco I. Rüschkamp und seine Prinzessin Dagmar I. Vertkersting. Und es wäre nicht Rietberg, wenn es für die närrischen Gäste nicht noch viele weitere Höhepunkte im jecken Programm gegeben hätte.
Das Narrenblut fließt durch seine Adern: Prinz Marco I., im normalen Leben als Gärtner pflegt er im Gartenschaupark die Blumen, hat die karnevalistische Lebenseinstellung schon mit in die Wiege gelegt bekommen. Schließlich war seine Mutter Lilo an der Seite von Ferdi Reineke im Jahr 1982 auf dem Narrenthron. Diese
Session bestreitet der neue Prinz gemeinsam mit der bezaubernden Prinzessin Dagmar I. Vertkersting. Auch ihr sind die närrischen Gene mitgegeben worden, denn Mama Thea ist seit den ersten Stunden im Rietberger Weiberkarneval beim Altweiberumzug dabei.
Ein buntes und für Narren maßgeschneidertes Programm füllte mit Leichtigkeit den Abend aus. Da wirbelten die kleinen Rietifunken gekonnt übers Parkett. Die Turmfalken und die feschen Giebelstürmer präsentierten ihre flotten Tänze. Mit Akrobatik vom Feinsten überzeugte wieder einmal die Prinzengarde und erntete reichlich Beifall. Mit großen Hüten und einem Esel, der unter einem großen Kaktus Schatten suchte, entführen die Altweiber tänzerisch nach Mexiko. Als wahrer Augenschmaus anzusehen war auch das Rietberger Tanzpaar mit Michelle Osmers und Celine Meier.  Die närrischen Ohren wurden gespitzt als Lisa Feller ihre

Lokaler Zündstoff entfacht Lachsalven im Publikum

Lachsalven in den Saal schoss. Aus Münster angereist plauderte die erfolgreiche Komödiantin über den täglichen Kampf der Geschlechter oder schlicht der Frauen mit ihrer eigenen Figur. Aber der Rietberger Karneval wäre nicht der Rietberger Karneval, wenn da nicht auch allerhand lokaler Zündstoff ver-
arbeitet werden würde. Da musste manch Einheimischer den Kopf einziehen, um nicht von der einen oder anderen derben Pointe getroffen zu werden.
„Stadttore oder eine Ampel“, diese Frage stellten sich die Emshüpfer. Nicht ganz einfach zu beantworten, denn wer soll denn dann noch in den altehrwürdigen historischen Stadtkern hereingelassen werden und wer muss draußen bleiben? Wie gut, dass es da ganz klare Richtlinien gab, denn die chinesische Gesichtserkennung an der Pförtnerampel versagte gänzlich. So blieben als Kriterien nur die politische Gesinnung, die Größe des fahrbaren Untersatzes sowie die Kaufkraft des Fahrzeugführers – ach ja: ein gewisser Grad der Prominenz war auch nicht schädlich. „Der Anteil an Auswärtigen ist unbedingt zu begrenzen, um den Rietbergern ein Gefühl von Heimat zu geben. Das gilt insbesondere für die Nachbarn aus Neuenkirchen“, wurde eines der Ziele umrissen. Dann ging es um eine ganz brisante Geschichte der Lokalpolitik:
„Mission Im-potsch-ible“ wurde eingesetzt auf der Suche nach dem Saboteur im Rathaus. Da wurde sich modernster Gerätschaft bedient, übergroße
Kopfhörer und das Internet wurden herangezogen, um den Störenfried dingfest zu machen. Selbst die Konversation im Nachrichten-Chat der WhatssApp-Gruppe für den Bürgermeisterkandidaten wurde angezapft. Doch: Es gab keinen Saboteur, lediglich unfähige Leute im Rathaus. Für den lieben Frieden und vor allem Wohlfühlatmosphäre sorgten die Küken mit ihrem vollautomatischen Motel im Erholungsort Rietberg. Allerdings barg die moderne Technik allerhand Tücken, die die Erholung sogleich wieder in Frage stellte. Für rhythmische Klänge sorgte der Fanfarenzug, der wieder einmal mit super ausgewählten Stücken glänzte.