Immer schön artig sein!

Redaktionsglosse von Anne Theke

Rietberg. Morgen isset also wieder so weit. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da waren es weit über 100 Weibergruppen, jetzt nich mehr. Wo sind die alle hin? Obwohl, is ja jetzt alles reguliert. Is ja schon ein Wunder, dass die Zuschauer sich ihre Plätze noch selbst suchen können zwischen den vielen Buden. Mal gucken, wie lange noch, bis es einen Platzanweiser gibt. Narrenfreiheit? Pustekuchen! Andere beklagen sich immer über volle Zelte. Aber die dürften irgendwann auch wieder leerer werden, wenn man den Leuten glauben kann, watt die so erzählen, wenn se von außerhalb kommen. Da hat sich rumgesprochen, dass hier an Altweiber wohl auch gerne privat, also so zu zweit, in den Gassen gefeiert…. sie wissen schon. Vielleicht sollten sich die Rietberger ein Beispiel an Köln nehmen: eine Armlänge Abstand halten bitte – gerade in den Gassen. Auf eine Regel mehr oder weniger kommt et jetz auch nicht mehr an. Abstand wünschen sich auch Anwohner und zwar zu den Grundstücken. Wildpinkler und Müllentsorger – für die scheint es keine Lösung zu geben. Weiß eigentlich noch jemand, wat dat Wort „Narrenfreiheit“ eigentlich bedeutet? Unbefangen/ungeniert etwas tun dürfen. Deswegen spielt auch die Zahl „11“ eine große Rolle. Elf: die Zahl der Maßlosigkeit, der Sünde: teuflisch. Sie ist mehr als zehn, also die zehn Gebote. Das sind die Dinger die Moses damals von Gott auf dem Berg Sinai… Auf jeden Fall steht die Elf dafür, dass etwas außerhalb der Gesetze passiert. Dafür sind die Narren mal bekannt gewesen. Dat scheinen die aber irgendwie vergessen zu haben. Nicht nur in Rietberg. Sich etwas aufzulehnen im Karneval? Geht nicht. Lieber artig den Regeln folgen und alles geordnet hinter sich bringen. Dann ist man auf der sicheren Seite. Puh… Hab nur ich das Gefühl, dass da wat ganz schön schief läuft? Elf ist übrigens auch ne Schnapszahl. In diesem Sinne…

Eure Anne Theke