Im Pastoralverbund: Die Zeichen stehen auf Fastenzeit

Personelle Ausstattung wird weiter abgespeckt – 2020 kommt neue Gottesdienstordnung heraus

Pfarrer Andreas Zander bekommt noch mehr Stress. Foto: robui

Rietberg (robui). Es ist nicht mehr zu leugnen: Im Rietberger Land müssen sich die Katholiken in nicht mehr ferner Zeit auf gravierende Veränderungen einstellen. Was bisher noch für viele als ein kleiner, schleichender Prozess gewirkt haben mag, das sind Mosaiksteine, die zusammengefügt sig­nifikant darstellen: (Fast) nichts bleibt, wie es einmal war.
Wer bis dato noch dachte, „das wird sich alles schon irgendwie einpendeln“, dem macht der aktuelle Pfarrbrief des Pastoralverbundes Süd nun deutlich: In anderthalb Jahren geschieht eine strukturelle Umwandlung, die die bisherigen Änderungen um ein Vielfaches übersteigt. Und: Der Weg ist zum Teil schon geebnet – und er ist nicht mehr umkehrbar. Wie viele Gläubige letztlich bereit sind, die anstehenden Umwandlungen mit zu tragen, das weiß keiner der Verantwortlichen in den bisherigen Einzelgemeinden.

Pfarrgemeinderatssprecher werben um aktives Mittun

So werben nun die Vorsitzenden der Gesamtpfarrgemeinderäte in den Pastoralverbünden Kirchspiel Neuenkirchen und Rietberg-Süd, Klaus Henkenherm und Klaus Igelhorst, in einem offenen Schreiben nicht nur um Verständnis, sondern mehr noch um ein aktives Mittun vieler in den kommenden Jahren. Wörtlich heißt es: „Wir laden die Gläubigen und alle Interessierten ein, mit uns diese spannende Reise anzutreten.“ Im sogenannten Pastoralen Raum Rietberg sollen 2019, wenn Pfarrer Augustinus Dröge aus Neuenkirchen in den Ruhestand geht, beide Pastoralverbünde zusammengelegt werden. Warum es überhaupt zum Schulterschluss kommen muss?

„Manches Neue wird nicht gleich als Chance erkannt“

„Die Anzahl der Gläubigen hat sich über die letzten Jahrzehnte leider reduziert. Im selben Zeitraum hat auch die Zahl der Geistlichen abgenommen, so dass schlichtweg nicht mehr genügend Priester für die vorhandenen Kirchengemeinden zur Verfügung stehen“, so der offene Brief.
Und auch in Zukunft wird der personelle Gürtel für die sieben katholischen Gemeinden im Stadtgebiet ganz eng geschnürt, denn: Das Erzbischöfliche Generalvikariat Paderborn sieht Pfarrer Andreas Zander als Leiter für den pastoralen Raum, dazu insgesamt nur noch 1,5 Geistliche und 1,5 Gemeindereferenten. Henkenherm und Igelhorst: „Diese Planung enthält Teilzeitstellen und gilt bis zum Jahr 2024.“ Die Neustrukturierung bedeutet eine rechtliche Zusammenlegung des Gemeindeseptetts und bringt strukturelle Veränderungen mit sich. Eine neue Gottesdienstordnung mit einer deutlich verringerten Zahl an Messfeierlichkeiten soll ab 2020 in Kraft treten.
Die beiden Vorsitzenden: „Es ist nicht leicht, sich mit Offenheit auf diesen Veränderungsprozess einzulassen. Es kostet viel, von Vertrautem Abschied zu nehmen und manches Neue wird nicht gleich als Chance erkannt. Wir bauen auf das Interesse und die aktive Mitarbeit der Gläubigen.“ Ein erster Schritt sei die Teilnahme an den Wahlen zu den beiden Pfarrgemeinderäten am 11. November 2017.