Im Karneval wird der Prinz einfach mal „verschachert“

Große Klein-Mädchen-Träume und Beinahe-Unfälle: In der fünften Jahreszeit ist (fast) alles möglich

Helau! Dagmar Vertkersting und Marco Rüschkamp freuen sich auf eine schöne und lange Session. Fotos: RSA/Addicks

Rietberg (mad). Die Freude an dem hohen Amt sieht man den beiden förmlich an: Marco Rüschkamp und Dagmar Vertkersting regieren in dieser Session die Rietberger Narren. Dass der Terminkalender der beiden Tollitäten beinahe platzt, stört das Prinzenpaar überhaupt nicht. „Wir freuen uns riesig auf die vielen tollen Begegnungen“, sagen sie.

Damit ist der Klein-Mädchen-Traum für Dagmar Vertkersting wahr geworden. „Früher habe ich schon immer die Karnevalsprinzessinnen bewundert“, sagt sie mit strahlenden Augen. Die 39-Jährige erinnert sich nur gut an den Anruf von Helmut Stockmeier, Anfang August des Vorjahres. „Ich wollte dann nur noch meinen Mann fragen, dann habe ich sofort Ja gesagt.“ Auch der Prinz war schnell gefunden: Denn bevor der Prinzgemahl eingeweiht wurde, hatten die Frauen unter sich bereits den Handel abgeschlossen. „Ich hatte vorher schon mit Marcos Frau Sandra gesprochen und sie gefragt, ob sie mir ihren Mann als Prinzen ausleihen würde“, verrät Dagmar Vertkersting. Gefragt wurde er dann aber doch noch, räumt der gebürtige Rietberger lachend ein. „Als Dagmars Anruf kam, war ich erst etwas geschockt“, so Rüschkamp, der dann nach einer überdachten Nacht zusagte. Nachdem das also geklärt war, begann der eigentlich schwierigere Teil: die Geheimhaltung. „Besonders in meinem Freundeskreis wurde heftig spekuliert. Irgendwann habe ich mir aber einen großen Spaß daraus gemacht, drum herum zu reden“, sagt Vertkersting. Beim Prinzen hätte es fast einen Beinahe-Unfall gegeben: „Die Kinder schauten Fotos auf meinem Handy an und bekamen Bilder vor der Ornat-Anprobe in die Finger. Da musste ich mir eine gute Ausrede einfallen lassen“, erzählt Rüschkamp. Während die Prinzessin von Anfang an Feuer und Flamme war, war der Prinz zu Beginn noch zögerlich. „Ich war etwas skeptisch, eigentlich sogar noch bis zur Proklamation am Freitag. Unter meinen Freunden sind kaum Karnevalisten. Aber mit meiner Proklamation haben sich alle mitreißen lassen und grandios mitgefeiert“, sagt Rüschkamp begeistert. Überhaupt freuen sich die beiden, von so vielen Rietbergern auch ohne Ornat erkannt und begrüßt zu werden.
In karnevalistischer Hinsicht waren die beiden Tollitäten schon immer gerne mittendrin, waren allerdings noch nicht im Verein. „Meine Eltern waren immer beim Straßenkarneval dabei und meine Tochter ist bei den Rietifunken aktiv“, berichtet die aus Wiedenbrück stammende Prinzessin. Marco Rüschkamp kann sogar närrisches Adelsblut in seinen Adern vorweisen, war doch Mama Liselotte Rüschkamp im Jahr 1982 die Karnevalsprinzessin an der Seite von Ferdi Reineke.
Nun quillt der Terminkalender der Tollitäten erst einmal über. „Für schlafen bleibt da eher weniger Zeit“, sagt Rüschkamp lachend. Im Gartenschaupark muss sein Chef Peter Milsch nun erst einmal alleine auskommen. Dass sie überall sicher und pünktlich hinkommen, dafür sorgen nun seit dieser Session die Prinzenpaar-Begleiter Roland und Melanie Breimann als Nachfolger des langjährigen Tollitäten-Chauffeurs Friedel Barry. „Deo, Coffee to go, Energieriegel – darüber ist man froh, wenns mal hektisch wird“, als ehemalige Prinzessin weiß Melanie Breimann, wie man es den Tollitäten angenehm macht. „Die beiden bieten das rundum Sorglospaket“, lobt Marco Rüschkamp.

Die neuen Prinzenpaar-Betreuer: Roland und Melanie Breimann begleiten die Tollitäten zu den Terminen und organisieren das ganze Drumherum. Vorteil für die Prinzessin: Melanie Breimann war in der vorigen Session auf dem Narrenthron und kennt sich aus mit dem Amt.