Eine wahre Geschichte, die das Leben im Jahr schreibt

Familie Setter aus Rietberg lernt USA-Verwandte, alle sind Nachfahren von Conrad Setter, kennen

Aus mehreren Bundesstaaten angereist, treffen sich die in den USA weit verstreut lebenden Mitglieder der Familie Setter regel

Rietberg (robui). Es sind Geschichten die das Leben schreibt unter der Überschrift: „So klein ist die Welt“. Da gibt es in der Emskommune ganz viele Setters – und drüben, hinterm großen Teich – nicht minder. Nur, gekannt oder auch nur voneinander gewusst? Klare Fehlanzeige. Doch das hat sich jüngst ganz gewaltig geändert.
Und mündete nun sogar in einer richtig glücklichen E-Mail aus den USA mit dem Tenor „We have found flesh & blood.“ Will sagen: „Wir haben unser Fleisch und Blut gefunden.“
Wie es dazu kam, dass sich die Setters von hüben und drüben, zumindest einige, persönlich kennengelernt haben, das erzählen die hiesigen Familienmitglieder im exklusiven Gespräch mit dem RSA.
Das Ganze fußt auf dem Interesse von Karl Setter an der Familiengeschichte. Bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts zurück hatte er in akribischen Recherchen die Vorfahren ermittelt. So wurde er sogar im Auswanderermuseum in Bremerhaven fündig, dort war ein Bernard Setter registriert, der offenbar nach 1850 in die USA emigriert war. Bernard entstammte der Ehe von Conrad Setter und Katharina Knebel, die 1832 in der Rietberger Pfarrkirche den Bund fürs Leben geschlossen hatten.
Was Karl nicht wusste, auf amerikanischer Seite forschten ebenfalls Nachfahren und so meldete sich eines Tages Carolyn Utter in der katholischen Kirchengemeinde in Rietberg. Die neue Gemeindereferentin Ewa Sajewiczkennt durch die Kommunionvorbereitung
den Enkel von Karl Setter und sprach dessen Mutter Birgit an auf die Post aus den USA. Schnell war der persönliche Kontakt via E-Mail hergestellt und die amerikanische Seite teilte mit, dass sie eine kleine Deutschlandrundreise plane und auch schauen wolle, wo einst „Conrad und Catherine“ geheiratet hatten.Natürlich waren die amerikanischen Setters sehr willkommen und es wurde gleich ein Treffpunkt ausgemacht.
13 Gäste wurden so an einem schönen Spätsommertag in der Altstadt in Empfang genommen. Mit zwei gemieteten Bullis war die Gruppe aus Düsseldorf herübergeeilt. „Das war sofort eine ganz herzliche Geschichte“, erinnern sich Karl und Iris Setter an den Vormittag. Natürlich wurde die Kirche besichtigt und Heimatvereinsvorstand Michael Orlob unternahm eine Stadtführung im Zeitraffer mit allen. Ein gemeinsames Grillen im Garten des Heimathauses ließ in vielen herzlichen Gesprächen ein warmes Familiengefühl aufkommen, allzuschnell aber musste die Gruppe weiter, um das Programm von München bis Berlin in nicht einmal einer Woche zu absolvieren.
Die Reiseteilnehmer werden in den USA nun viel und oft zu erzählen haben, denn die reichlichen Nachfahren von Bernard Setter sind höchst interessiert und: Sie pflegen seit Jahrzehnten die Tradition eines jährlichen Familientreffens und reisen dafür aus Oklahoma, Kansas, North Carolina und Co zusammen.
Für Karl Setter hat das Treffen auch viele neue Erkenntnisse zur Familiengeschichte gebracht, mit denen er nun weiter intensiv Ahnenforschung betreiben will. Und Iris Setter stellt strahlend fest: „Man kann nie zu viele Cousins und Cousinen haben. Den Kontakt halten wir für immer.“

Einmal um den Globus zum Kennenlernen in Rietberg: Die US-Setters wollten ihre Wurzeln kennen lernen und besuchten die Nachfahren des Stammvaters in der Emsstadt, Kirchenführung inklusive. Fotos: privat