Ein Nummerngirl, Idiotendreier und unendlich viel Spaß

Karnevalisten treffen ins Schwarze: Premiere des „Kleinen Herrengedecks“ reißt alle vom Hocker

 

Rietberg (hds). Geboten wurde genau das, was Männeraugen gerne sehen, aber Frauenohren nicht unbedingt hören möchten. Auf der 1. Rietberger Herrensitzung trafen die Organisatoren mit der Grafschaftler Karnevalsgesellschaft Rietberg, KKGN Neuenkirchen und Kolping-Karneval Westerwiehe genau in das Schwarze. Dafür sorgte nicht nur die prickelnde Bühnenshow mit Humor und gekonnten Tanzeinlagen. Auch Nummern Girl „Lisa“ kündigte die einzelnen Programmpunkte auf ihre ganz spezielle Art und zur Freude der Männer an.

Wie schon der Name verrät, handelt es sich bei dem „Kleinen Herrengedeck“ nicht etwa um eine Zusammenkunft der Damen, um sich über Plastikgeschirr auszutauschen. Das wurde jedem schon in der Begrüßung von Moderator Philipp Isenborth (Westerwiehe) klar, der die feucht-fröhliche Rundfahrt begleitete. Schon seit einem Jahr liefen die Vorbereitungen und an die 100 Helfer sorgten bei der Premiere dafür, dass auch ohne Generalprobe alles reibungslos vor über 500 Besuchern vonstatten ging.
Wer aber jetzt vermutet, dass dort ausschließlich Zotenreißer das Sagen hatten, und in einer Tour über Frauen hergezogen wurde, der irrt. Denn auch die Herren bekamen ihr Fett weg. Spätestens beim Auftritt war das zu hören als Dirk Bunger als „Leiharbeiter“ in die Bütt stieg und für etliche Schenkelklopfer sorgte.
Dort berichtet er über die Tücken bei der Frauensuche und den Erlebnissen im Jobcenter. „Da hatte ich mich im Rathaus beworben und kurz den Idiotendreier erklärt: Einer geht aus dem Zimmer und die anderen müssen raten, wer raus gegangen ist“, so Bunger. Auch

Die Herren nehmen sich auch selbst auf die Schippe

im Brennholzverleih versuchte er sein Glück, jedoch ohne Erfolg. Außerdem wurde Humorist Bunger verdächtigt, außergewöhnlich gut im Bett zu sein. „Aber das Verfahren wurde nach drei Minuten aus Mangel an Beweisen eingestellt“, räumte er ein. Und wenn er nicht gerade im Bett ist, verbringt Dirk Bunger seine Freizeit am liebsten in der Bar und gibt dort sein Geld aus. Es heißt ja nicht umsonst Bar-Geld.
Als Stargast betrat Spaßkanone Ingo Oschmann die Bühne und verwandelte flugs ein Handtuch in ein Brathähnchen. Da die Stimmung überzukochen drohte, wurde es Zeit, den Sicherheitsdienst zu rufen. „Zekjurity“-Mann Wolfgang Hesse aus Neuenkirchen betrat unter „Oh, wie ist das schön, sowas hat man lange nicht gesehn‘„-Gesängen die Bütt. Seine Erzählungen von der Beckenboden-
Gymnastik und einer Vorsorgeuntersuchung lösten vor der Bühne Lachtränen aus. Mitgebracht hatte Hesse auch seinen Chef den „Bürger-King“ Andreas Sunder, der sogleich in karnevalistischer Manier bestätigte: „Eine eigene Sitzung für das starke Geschlecht, liebe Karnevalisten, so ist es Recht. Auch wenn in diesen Tagen das nicht alle so sehen. Glaubt mir Männer, ich weiß wo von ich rede. Da gibt es Sitzungen, die machen weitaus weniger Sinn. Weil da so viel geredet wird, geht bald keiner mehr dort hin“.
Über die Bühne wirbelten gekonnt die Garde aus Westerwiehe und die Guardians aus Neuenkirchen. Potsch und die Beat-Babes sowie die Grafschaftler Prinzengarde und die Turmfalken zündeten gleichermaßen ihre Raketen. Auch Norbert Steltenkamp griff nochmal ganz tief in die Humorkiste und für Schunkeleinlagen sorgte die Musikband „Loud Neighbous“ aus Bad Wünnenberg. Und sollte die Stimmung nur einmal minimal absacken, war da ja noch Lisa als flottes Nummern-Girl, die den Saal kurzerhand wieder zum Leben erweckte.