Ein halbes Jahrhundert Jugendwerk

Hilfsangebote für Kinder und Jugendliche – Jubiläum wird groß gefeiert

Das Leitungsteam des Rietberger Jugendwerks, bestehend aus Simone Burwinkel (v.l.), Ingrid Landwehrjohann, Adolf Salmen und T

Rietberg (mad). Alles begann 1969 mit dem Einzug von 60 Jungen. Seitdem hat sich das frühere Kinderheim im Herzen Rietbergs zu einer anerkannten Institution entwickelt, die jungen Menschen den Weg in ein eigenständiges Leben ebnen möchte. Nun besteht das Jugendwerk seit 50 Jahren – allemal ein Grund zum Feiern.

„50 Jahre anders und besonders“ lautet das Motto des Jugendwerkes Rietberg. Zum Jubiläum hat es sich eine Infobroschüre gegönnt, die schon durch ihre andersartige Aufmachung auffällt und das Besondere der Institution widerspiegeln soll. Sofort fallen die auf dem Kopf geschriebenen Texte auf sowie die großen, in Rottönen gehaltenen Bilder. Sie zeigen die unterschiedlichen Facetten der Arbeit des Jugendwerkes: Freunde, Zusammensein, Traurigkeit, Einsamkeit, getröstet werden – eben Gefühlswelten, mit denen die jungen Menschen zu tun haben, die sich den Mitarbeitern des Jugendwerkes anvertrauen. Mit differenzierten Angeboten und ambulanter Hilfe soll hier Kindern und Jugendlichen, aber schlussendlich auch deren Eltern mit Rat und Tat zur Seite gestanden werden. Anders als bei einem Kinderheim oder in einer Pflegefamilie sieht das Jugendwerk sich aber in einer ganz bestimmten Rolle: „Wir wollen und können kein Zuhause für diese jungen Menschen sein. Wir können ihnen aber Hilfsangebote machen,

Das Angebot vermag die Nachfrage nicht zu decken

ihren Weg im Leben zu finden und es zu meistern“, sagt Ingrid Landwehrjohann, die dem vierköpfigen Leitungsteam angehört. Dabei begann die Geschichte des Jugendwerkes als Kinderheim, in dessen Räume hinter den Klostermauern am Anfang 60 Jungen einzogen. Mitspracherecht der Kinder, mit Wahl eines Kinderbürgermeisters sowie der Einrichtung einer Kindergerichtsbarkeit gab es. „In den 1960er Jahren war dies eine innovative Idee“, weiß Leitungsteam-Mitglied Adolf Salmen. Mittlerweile sind es Jungen wie Mädchen, die das Jugendwerk Rietberg aufnimmt. Im Vordergrund der pädagogischen Arbeit steht der Leitsatz: „Egal, was kommt: Wir finden eine Lösung. Und der Bedarf ist immens groß“, so Salmen. 101 stationäre Plätze bietet das Jugendwerk Rietberg an, bei etwa 200 Anfragen – deutschlandweit. Auch das zeigt die Wertschätzung der Arbeit der etwa 170 Mitarbeiter, die sich in kleinen Wohngruppen im Außenbereich um Kinder und Jugendliche kümmern, aber auch in dem altehrwürdigen Klostergebäude, das entgegen einiger Gerüchte als Standort des Jugendwerks nicht aufgegeben werden soll, betont Salmen.
Für das Jubiläumsjahr sind mehrere Veranstaltungen geplant. So gibt es am 28. Februar ein Konzert des Ökumenischen Gospelchors um 19 Uhr in der Klosterkirche. Am 4. Mai beginnt um 19.30 Uhr eine Benefizveranstaltung im Ratssaal gefolgt von einer Fachtagung am 10. Mai mit dem Titel „Verrücktes Wissen:
Jugendhilfe anders machen, die um 9 Uhr in der Basilika beginnt. Im September soll es dann eine Festwoche geben mit mehreren Angeboten zum Thema Zirkus, bei dem Kinder und Jugendliche auch eine eigene Vorstellung einstudieren. Die Feierlichkeiten enden in September und Oktober mit zwei Fotoausstellungen.