Druffel hat tatsächlich ein halbes dutzend Bewerber!

Achim Kolkmann ist neuer König – Beherzte Kerle wollen alle nur eines: den mächtigen Holzvogel

R i e t b e r g – D r u f f e l (robui). »Ja, Mann« – »Jaaaa, Maaaann«, so schrie des frühen Nachmittages um 13.56 Uhr Achim Kolkmann seine Freude über einen sonnenbestrahlten Druffeler Festplatz. Exakt um diese Uhrzeit nämlich setzte der 30-jährige Vollblutschütze die letzte Patrone auf den einst so mächtigen Adler an.

Alle auf dem Festgelände sollten hören, wie sehr sich Kolkmann die Königswürde herbeigesehnt hatte. Freundin Christina Brüggemann, selbst aktive Schützin bei der St.-Hubertus-Bruderschaft Spexard, gleich nach dem Siegestreffer von den Grünröcken herbeigetragen, gratulierte als neue Königin ihrem Achim mit einem herzhaften Busserl, ehe das Paar durch die Menschenmassen ins »Saunazelt«
geleitet wurde. Vorangegangen war dem lauten Jubel, was ein jeder Schützenvorstand sich nur wünschen kann: Beherzte Kerle, die gleich im halben Dutzend ernsthaft, ja, tatsächlich ernsthaft, versuchten, den Resten des Vogels den Garaus zu machen. Kein leichtes Unterfangen, der Holzgeier  erwies sich trotz der guten Treffer als extrem zäh.  Ein Omen für die Vogelgeneration 2017?
Tatsächlich waren 421 Schuss vonnöten, um zu einem Ergebnis zu kommen. Bis dahin konnte man die Spannung auf dem Platz fast greifen, weitaus mehr als „nur“ die 1300 Einwohner Druffels waren da zusammengekommen, um den Wettbewerb zu verfolgen. Auch die Insignien mochte das Holzvieh hergeben. Rückte es nach 30 Knallern noch die Krone an Ralf Otterpohl und nach 49 den Apfel an Tobias Kleibaumhüter heraus, so sollte es bis zur 175. Patrone dauern, ehe Friedel Himmeldirk das Zepter sein eigen nennen konnte. Die Überraschung des Tages gab es für Präses Pfarrer Augustinus Dröge, der war, wegen anderer terminlicher Verpflichtung, erst später zum Vogelschießen erschienen, legte an zum Ehrenschuss, und prompt segelte der rechte Flügel herab, ein Festsouvenir, das der Geistliche erst einmal in der Obhut der Schießmeister unbeachtet zurückließ.
Schon am Sonntagabend hatte der Nachwuchs sein eigenes Vogelschießen veranstaltet. Auch hier war es richtig spannend, ernsthafte Bewerber gab es derer fünf. Am Ende setzte sich der 21-jährige Maik Beermann durch, der sich Carina Frenser (19) aus Bokel für die Dauer der Regentschaft an seine Seite wählte.

 

Spexard jubelt in Druffel
Begeisterung über die bezaubernde neue Königin
Druffel (robui). So viel Begeisterung aus Spexard hat man in Druffel wohl auch noch nicht gesehen. Als sich am Montagabend das neue Regentenpaar Christina Brüggemann und Achim Kolkmann mit seinem Hofstaat der Öffentlichkeit präsentierte, da flogen dutzende Arme in den sonnenverwöhnten Himmel –und die Begeisterungsrufe waren unüberhörbar. Eine kleine La-Ola-Welle brandete immer wieder bei einer Besuchergruppe auf – allesamt Mitglieder der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Spexard. Denn genau dort ist die charmante Druffeler Königin schon seit Jahren aktiv – und eigentlich auch intern gehandelte Anwärterin auf den dortigen Majestätenstuhl. „Da würden wir sie bei uns schon ganz gerne auch einmal sehen“, verrieten die Spexarder Schützinnen dem Rietberger Stadtanzeiger. Erfahrung sammeln kann das Königspaar in den kommenden Monaten, und erste wurden in der neuen Funktion auch schon gemacht, beim Aufmarsch der Schützen in Bokel.