Diskussion um Kleinkinder-Spielplatz an der Rottwiese

Neu angelegte Fläche ist für alle Interessierten offen – In Sachen Hundewiese bahnt sich Lösung an

Ganz neu und noch unbespielt: Der Kleinkinderspielplatz hinter dem Flüchtlingsheim am Bibeldorf - die Stadt mach ausdrückli

Rietberg (robui). „Ein schöner Spielplatz sollte eigentlich mindestens ein ebenso guter Ort des Miteinanders sein wie eine Hundewiese – nur dass dort eben Eltern welcher Nationalität auch immer ihren Kindern beim Spielen zuschauen und nicht die Hundehalter ihre Hunde beobachten:“ Das ist eine von vielen Stellungnahmen dieser Tage.
Das Thema: Der neue Kleinkinderspielplatz am Flüchtlingsheim neben dem Bibeldorf-Parkplatz, einst Standort der Hundewise. Deren Schließung hatte einst die Gemüter erhitzt, mittlerweile konnte die Stadt aber für Abkühlung sorgen. In der jüngsten Fachausschussitzung gab Bürgermeister Andreas Sunder bekannt, dass die Chancen auf einen neuen Standort mittlerweile gut seien. Potentielle Grundstücke seien vorhanden, mit den Sprechern der Hundebesitzer werde es nun Gespräche geben, danach erfolgt die Vorstellung vor den Kommunalpolitikern und der Öffentlichkeit.

Umzäunung dient als Schutz für die Kinder

So ist die Hundewiese in einer großen Diskussion einer fast 6.000 Mitglieder zählenden Rietberger Facebook-Gruppe auch mehr das Randthema Viel mehr geht es um die Anlage des Kleinkinderspielplatzes an sich, die Umzäunung und die Frage, warum die Fläche überhaupt angelegt worden ist. Noch sind die in dem Heim lebenden Kinder sehr klein, doch schon im nächsten Frühjahr können sie den Platz nutzen, denn der ist speziell mit Sandkasten, Nestschaukel und Co auf die Kleinen abgezielt. Aber, und das macht in der Internet-Diskussion insbesondere die kommunale Sozialarbeiterin Randa Sow deutlich: „Das Gelände ist öffentlich, hier kann jeder mit seinen Mädchen und Jungen hin.“ Die Umzäunung soll nicht etwa Besucher, die am Emsweg flanieren, abhalten, sondern dient dem Schutz der spielenden Kinder zur Ems und zur Straße „Rottwiese“ hin.

Wichtiger Baustein für die Integration

Die Fläche ist keineswegs nur durch die Räumlichkeiten des Flüchtlingsheimes betratbar. Der öffentliche Zugang erfolgt über die Parkplatzflächen am Bibeldorf, hier wurde der von der Hundewiese noch verbliebene Zaunabschnitt mittlerweile entfernt. Das bestätigt auch deutlich Mastholtes Gemeindereferent Ralf Langenscheid, der sich vor Ort ein Bild gemacht hat: „Ein breiter Eingang lädt alle ein, Wippe, Sandkasten und Schaukeln zu benutzen. Und vor allen Dingen mit den Neubürgern ins Gespräch zu kommen.“ Für Bernhard Stroop, der sich in der Flüchtlingshilfe engagiert, ist die Spielfläche als Stätte für einen Integrationsprozess wichtig. „Gerade die Frauen unter den Flüchtlingsfamilien haben kaum Kontakt zu Einheimischen und tun sich schwer, unter Leute zu gehen.“Und Randa Sow betont: „Wir als Sozialarbeiter finden die Idee extra gut.“ Falls junge Mütter aus Rietberg gerne Kontakt mit den ebensolchen, die im Flüchtlingsheim wohnen, sei sei gerne bereit, die Verbindung herzustellen.
Die Leere auf Spielplätze und die Frage der Öffentlichkeit sind im übrigen kein spezifisches „Problem“ der nagelneuen Fläche am Bibeldorf. Per Luftlinie nur etwa 300 Meter entfernt befindet sich der Großspielplatz Rottwiese, angelegt vor einigen Jahren am Rande das damals neuen Baugebietes. Auch der ist öffentlich und für jeden Interessenten mit Kindern zu den üblichen Zeiten zugänglich.

Nur wenige hundert Meter entfernt befindet sich der Großspielplatz Rottwiese, auch er wirkt nicht sonderlich belebt, ist aber ebenfalls offen.