Die Mär vom Schmausen an der Tafel mitten im Lager

Mittelaltermarkt bringt viele Details zum Leben der Menschen im 13. Jahrhundert ans Tageslicht

Lippling (hds). Einer Zeitreise gleich kam der Besuch geneigter Interessenten dieser Tage in Lippling. Schlichtweg um mehrere hundert Jahre rückversetzt fühlten sich alle, die den äußerst regen Mittelaltermarkt in seiner mittlerweile 13. Auflage besuchten.
Das Heerlager auf dem Hof Kersting einte mehr als 30 organisierte Gruppierungen, die ihre Freizeit ganz dem Leben wie zur Ritterszeit widmen. Generationenübergreifend schlugen die Teilnehmer ihre Unterkünfte auf, mal luxuriös mit hölzernem Bett und reichlich Tierfellen, mal etwas spartanischer und nur mit bündelweise Stroh.
Spätestens an der langen Tafel waren jegliche Standesunterschiede vergessen. Knechte, Mägde, Fürsten, Ritter und Bischöfe schmausten was das Zeug hielt und genossen dabei laute leckere Sachen. Die Zubereitung derselben? Natürlich nicht in einer schnöden Mikrowelle oder einem Backofen, sondern in Kupferkesseln und Co über offenem Feuer. Zwischen den Lagern der einzelnen Clans: Ein Markttrubel, wie er durchaus auch im 13. Jahrhundert denkbar gewesen wäre. Neueinsteiger fanden vom zinnernen Trinkgefäß über Felle und Schwerter, Pfeile, Bögen und Lederwaren schlichtweg alles, um sich binnen kürzester Zeit im mittelalterlichen Leben einzufügen. Schwertkämpfe und Tänze, alte Handwerkskunst und allerlei Gaukler und Elfen boten kurzweilige Einblicke in ihren fantasievollen Alltag. Alles erschien wie einst vor vielen Jahrhunderten – auch das Wetter. Das nässte am Auftakttag alle gründlich durch, doch was echte Ritter und Co sind: Die lassen sich den Freizeitspaß nicht verderben.