Die Jecken johlten unter der Leitung des Schulrektors

Eine Schnappszahl für die Narren: Karnevalisten in Sudhagen feiern ihr 55-jähriges Bestehen

S u d h a g e n (mad). Mit dem Motto „55 Jahre, welch ein Jubel – Sudhagen feiert Karneval mit Frohsinn und Trubel!“ startete  „Hagelblau Helau“ in seine 55. Session. Dabei heißen die Hagelblauen eigentlich „Karnevalisten Sudhagen von 1962“, wie ein Blick in die 55 Jahre alte Historie des Jeckenvereins offenbart.
Ein 55-jähriges Bestehen ist aus Narrensicht noch begießenswürdiger als das 50. Jubiläum.
Doch bereits zuvor wurde in Sudhagen geschunkelt. Die erste Karnevalssitzung wurde schon 1959 im Saal Niermann gefeiert.  „Damals noch unter dem Namen „Vereinigte Vereine“, einem Zusammenschluss von Schützen- und Sportverein“, erinnert sich der heutige Ehrenpräsident Hubert Hennemeier an die Anfänge des karnevalistischen Treibens in Sudhagen. Hennemeier selbst war schon als Kind begeisterter Karnevalist. Damals gab es noch keinen Elferrat und keine Garden. Engelbert Willeke, der sonst als Rektor die Schüler bändigte, leitete von 1959 bis 1961 die Sitzungen. Dann folgte Volksschulrektor Theo Fecke. Bis 1994 schwang er das Narrenzepter und wurde nach 33 Jahren Amtszeit von den Sudhagener Jecken zum Ehrenpräsidenten und Dr. der Unwuiserigge ernannt.  Auch an die zuweilen sehr spitze Zunge von „Niermanns Johann“ werden sich besonders die älteren Sudhagener noch sehr gut erinnern können.
Mit dem Bau der Mehrzweckhalle bekamen die Narren mehr Platz für ihre Späße. 1971 formierte sich der erste Elferrat und auch auswärtige Gäste beteiligten sich mit Tanz und Büttenreden. Oft verfolgten mehr als 1200 Narren das jecke Bühnenprogramm. „Mit elf Jahren hatte ich meinen ersten Auftritt auf der Bühne“, sagt Hennemeier, der 1995 das Amt des Präsidenten übernahm und bis 2010 die Sitzungen leitete. Dabei erinnert er sich an so manch gelungene Späße, bei denen sogar die Polizei mitgewirkt hat: „Es gab einmal die Geschichte, dass die Polizei einem Mann den Führerschein abnehmen wollte. Der floh in ein Maisfeld. Um ihn zu finden wurde damals mit dem Luftwirbel eines Hubschraubers das Feld plattgedrückt. Diese Geschichte wollten wir parodieren und haben für unsere Aufführung von der Polizei sogar die echten Uniformen zur Verfügung gestellt bekommen“, berichtet Hennemeier. 1987 dann wurde der erste Kinderkarneval gefeiert. Auch ein kleines Denkmal haben sich die Narren in Sudhagen gesetzt: Ein fünf Tonnen schwerer Findling steht seit 1989 vor dem Vereinslokal „EinStein“. Der Narrenstein ist nun stets am 11. November der Anlaufpunkt Karnevalisten in Sudhagen. Seit 2010 feiern sie nun unter der Leitung von Andreas Leßmann, der seinen Vorgänger Hennemeier zum Ehrenpräsidenten ernannte.
Am 10. Februar ist der Kartenvorverkauf um 19 Uhr im Vereinsheim. Am 18. Februar wird um 14.30 Uhr der Kinderkarneval in der Mehrzweckhalle gefeiert und am 25. Februar tagt dort die große Sitzung um 19.01 Uhr. Am Rosenmontag marschieren die Narren in Delbrück mit.