Die Enttäuschung des Vorjahres einfach weggeschossen

Antonius Borgmeier holt sich im zweiten Anlauf den Königstitel – Michael Wolke regiert Nachwuchs

Westerwiehe (robui). Da war die Enttäuschung des Vorjahres aber ratzfatz vergessen. Im zweiten Anlauf erfüllt sich Antonius Borgmeier den großen Wunsch, einmal die St. Laurentius-Bruderschaft zu regieren.
Das tut er seit wenigen Tagen zusammen mit seiner Frau Susanne – und einem strahlenden Lächeln. 2016 noch auf der Ziellinie von Mario Kleinemeier überholt, durfte Borgmeier die letzten Schuss auf den arg gebetelten Aar allein setzen, allerdings: auch da war es knapp, denn es gab durchaus noch andere ernsthafte Interessenten, die aber letztlich dem 49jährigen den Thron von Herzen gönnten.
Glücklich, wer solch ein Fest feiern kann wie die Kükendörfler. Zahlreiche Ehrungen gehörten an allen drei Tagen zum Programm und überraschten nicht wenige Aktive, die Jungschützen mit ihrem neuen König Michael Wolke erlebten einen spannenden Wettbewerb.
Das Vogelschießen der „Großen“ lief so schwungvoll ab, dass sich Beobachter verwundert die Augen rieben. Nicht einmal eine Stunde benötigten die Insignienjäger und Titelabspiranten. Erfrischend.
Brudermeister Norbert Kröger fand in seinen Ansprachen stets die richtigen Worte und machte am Sonntag am Rande des großen Treffens für das Stadtkönigsschießen vor aller Ohren deutlich: „Wir blicken auf 67 Vereinsjahre zurück. Doch von Bedeutung ist auch die Frage, was uns heute noch mit dieser Vergangenheit verbindet. Schützenfeste stehen für Tradition und Brauchtumspflege, trotzdem sind sie weder verstaubt noch ein Fall fürs Museum. Der ländliche Raum hat viele Probleme, trotzdem gibt es so viel, was unsere Dorfgemeinschaft lebens- und liebenswert macht. Und die Feste zeigen: Das ganze Dorf ist auf den Beinen und feiert gemeinsam. Und deshalb sind Schützenfeste auch modern.“

Die Westerwieher haben es 2017 richtig drauf. Erst begeistern sie die Schützen und Besucher im Mai mit dem Bezirksjungschützentag, jetzt mit drei tollen Tagen am letzten Juliwochenende. Nur eines ärgert die Kükendörfler: Wieder gab es beim Stadtschießen nicht zu holen. Mit dem vom Brudermeister vorgetragenen Modus „auf die Insignien schießen alle sieben, auf den Vogel nur die Könige der Bruderschafte, die noch nie die Stadtmajestät gestellt haben” wollten sich die Auswärtigen einfach nicht anfreunden. robui

Viele bunte Bilder voller Fröhlichkeit exklusiv in dieser Ausgabe des Rietberger Stadtanzeigers belegen, welch festen Stand das Schützenwesen in allen Stadtteilen der Ems­kommune hat, ob in den kleineren, dörflich geprägten oder in den drei größeren Orten. Andernorts ist das anders, Bentfeld im Delbrücker Land etwa, hat am Westerwieher Festwochenende keinen König gefunden. Möge sich das nicht irgendwo in Rietberg widerspiegeln.

 

Westerwiehe geht leer aus
Stadtkönig: Wieder mal nicht aus dem Kükendorf

W e s t e r w i e h e (robui). Irgendwie ist immer der Wurm drin, wenn die Westerwieher den Stadtkönigstitel holen wollen. Und Heimvorteil? Na, von wegen. Am Ende guckten die Kükendörfler wieder ins leere Patronenröhrchen.
Mario Kleinemeier hatte alle Chancen der Rietberger welt, indes, der Holzadler hatte wenig Lust, auf seine Treffer hin schon aufzustecken und in der europäischen Hochburg der Geflügelzucht zu bleiben. Er streckte seine Krallen lieber in Richtung Neuenkirchen aus, dorthin also, wo es schon reichlich Stadtregentenerfahrung gibt. Klasse für Dieter Pauleickhoff und seine Königin Birgit Hesse – eher schlecht gelaufen für die anderen sechs Regentenpaare, die allesamt die Nachfolge von Friedrich und Nathalie Rehage antreten wollten. Der nahm zum Amtsabschied noch ein Souvenir mit. Gleich mit dem ersten Schuss kam die Krone in seinen Besitz. Das Zepterholte sich Udo Kanter (Bokel), den Apfel Martin Niermann.
Fair wechselte sich das Septett, auch Druffels Majestät Achim Kolkmann war nach seinem schweren Unfall zur Freude aller wieder dabei, ab. Und es schien so leicht zu sein, den Rumpf aus dem Kugelfang zu fischen, indes, warum auch immer, es bedurfte noch mehrer Durchläufe, ehe Pauleickhoff jubeln durfte.