Die Bürgerinitiative macht weiter mobil

Erste politische Gespräche zu geplanter Grundstücksabgabe am DRK-Heim

Das ist derzeit das bedeutendste Grundstück im Kernstadtgebiet. Hier sollen Verbindungsbauten mit Outletgeschäften entstehe

Rietberg (robui). Es brodelt in der Stadt – gegen die Abgabe einer Grünfläche neben dem DRK-Zentrum Dr.-Bigalke-Straße machen mittlerweile einige Bürger mobil. Wie der RSA in seiner vorigen Ausgabe berichtete, wehrt sich eine Initiative auf mehrfache Weise gegen die Bebauung des Grundstücks mit einem Einfamilienhaus.
Dessen potentiell künftige Besitzer haben derzeit Haus und Garten gegenüber den Lind-Terassen und damit genau da, wo die Investoren des City-Outlet-Centers gerne ein Gebäude mit einigen Shops entstehen lassen würden. Durch dieses könnte entlang des Fußweges an der Ems eine direkte Verbindung geschaffen werden zwischen dem großen Shop-Center auf dem jetzigen Aldi-Gelände und der Rathausstraße, eine wesentliche Voraussetzung zur Innenstadtbelebung und zur Realisierung des COC überhaupt.
Der Familie, sie steht in unmittelbarer Verwandtschaft mit Bürgermeister Andreas Sunder, waren Grundstücke seitens der Kommune angeboten worden, letztlich aber wünscht sie, sollte sie ihr gewohntes Zuhause aufgeben, wenigstens einen adäquaten Standort. Der ist mit dem Grundstück an der Dr.-Bigalke-Straße nur den sprichwörtlichen Steinwurf entfernt. Ein Infostand beim Bürger- und Vereinetag, Unterschriftenlisten in Geschäften und Tankstellen, die Interessengemeinschaft macht mobil. Auch die Politik ist mittlerweile direkt mit dem Protest konfrontiert. Intern sprachen die Bürger mit der CDU-Fraktionsspitze, öffentlich zudem auf Einladung der FWG bei einem Treffen im Foyer der Cultura.

Spielplatz und Eichen bleiben auch erhalten

„Welche Personen dürfen sich in Rietberg Wunschgrundstücke aussuchen? Diese und ähnliche Fragen kamen auf. FWG-Fraktionssprecher Jürgen Don erklärte, die Stadt trete hier als „Tauschflächengeber“ auf. Ratsmitglied Josef Beermann ergänzte, die Familie sei derzeit im Besitz von 1200 qm gegenüber den Lind-Terassen und genau 1200 Quadratmeter solle sie auch neben dem DRK-Heim bekommen. Dort werden nach Informationen der Freien Wähler zunächst 700qm bebaut. Spielplatz, Eichenwäldchen und Umfeld würden aber weiter Bestand haben. Marlies Rupprath, Anliegerin im Wullbrock, machte deutlich: „Ich war anfangs für das Outlet Center, jetzt habe ich skeptische Gefühle. Ich glaube nicht, dass über die Verwandtschaft zum Bürgermeister gekungelt wird, so dumm ist die Stadt nicht.“ Sunder selbst hatte bereits mehrfach in Infoverstaltungen glaubhaft deutlich gemacht, dass er sich aufgrund der verwandtschaftlichen Nähe komplett herausgehalten und an Gesprächen und Verhandlungen nicht teilgenommen habe. Don führte aus, seitens der Politik seien Beschlüsse gefasst, das Grundstück aber noch nicht verkauft. Hier gelte es nun, für den Baulückenschluss an dieser Stelle das weitere B-Plan-Verfahren abzuwarten.