Das Holzstück, das den Köngstitel bringt

Ostenländer Schützenadler wird am 8. Juli zum Abschuss freigegeben

Ostenland (hds). Seit 30 Jahren schon wird der Ostenländer Schützenadler für das Vogelschießen von Heinz Schlüter gebaut. Mittlerweile geht ihm die Arbeit leicht von der Hand. Stundenweise über einen Zeitraum von einer Woche werkelt der dienstälteste Mitarbeiter der Tischlerei Rasche an dem hölzernen Aar.

Zunächst sägt Heinz Schlüter einen Rohling aus Massivholz zurecht, den er dann weiter mit Schleifband in Form bringt. „Ich arbeite nach Schablonen, das ist leichter in der Herstellung und jeder angehende Schützenkönig soll die gleichen Voraussetzungen haben“, erklärt der Altgeselle.
Auch Ingo Rasche, Chef der traditionsreichen Tischlerei aus Ostenland, ist immer wieder stolz, wenn ein Schützenvogel die Werkbank zum Jubelfest verlassen kann, und seiner Bestimmung übergeben wird. Aber stimmt es nicht ein wenig traurig, wenn die ganze Arbeit dann buchstäblich zerschossen wird? „Wichtig ist, dass einer die Reste aus dem Kugelfang holt“, sagt Ingo Rasche. „Dann freut man sich auf das Fest und die Arbeit ist schnell vergessen.“
Krone, Zepter und der Apfel werden ebenfalls aus Massivholz gedreht. Dann bekommt der stolze Aar den letzten Schliff: Er wird gebeizt und von Hand lackiert. „Seit ich hier meine Lehre begonnen und dann meinen Beruf ausgeübt habe, kenne ich das nicht anders“, sagt Heinz Schlüter mit einem Lächeln im Gesicht und schon greift er zum Luftschlauch, um noch schnell den Staub von seinem Adler zu pusten.

Fertig ist das gute Stück: Stolz präsentieren Heinz Schlüter (links) und Ingo Rasche den diesjährigen Schützenadler. Foto: DSA/Steg