Auch das Jeckenvolk war überrascht

Närrisches Adelsvolk der Delbrücker Eintracht feiert Jubiläum. Fotos: DSA/Archiv

D e l b r ü c k (mad). Die Narren der Delbrücker Eintracht freuen sich in der fünften Jahreszeit nicht nur über die vielen Karnevalisten, die den Straßenzug säumen. Auch ihre ehemaligen Adelstitelträger kommen zu gebührender Ehre.

Kurios, aber wahr: Vor 25 Jahren waren Henni Moor und Christa Schmitz das Kranzkönigspaar der Delbrücker Narren, jedoch übten sie dieses Amt nur inoffiziell aus. Grund war der Golfkrieg. Alle Veranstaltungen wurden 1991 deswegen abgesagt. Doch hielten die Jecken auf der Wiese von Elferratsmitglied Henni Moor ein internes Kranzreiten ab, an dessen Ende der Wieseninhaber die Königswürde erlangte. Sogar eine geschmückte Kutsche hatten die Karnevalisten organisiert, damit wenigstens ein Mini-Umzug stattfinden konnte. Überraschend war 1976 die Ernennung des Kranzkönigs 1976. Eigentlich hatten alle den damaligen Stadtdirektor Dr. Bernhard Winnemöller auf dem Zettel. Doch dann die große Überraschung:  Heinz-Josef Antpöhler wurde vor 40 Jahren die Kranzkönigsehre verliehen. Der Adelsmann erwählte sich Renate Sprock zur Königin. Zuvor hatte Antpöhler schon wochenlang seine Sattelfestigkeit erprobt. So konnte er an seinem großen Tag bei herrlichem Wetter souverän zu seiner Königin reiten. Zur gleichen Zeit war Stefan Kellner der Prinz Karneval. Die Viererbande hatte dies im Geheimen ausgeklügelt und überraschte ihn mit der Wahl. Vor einem halben Jahrhundert waren Franz Richter und Inge Köllner das Kranzkönigspaar. Erst am Samstag zuvor hatte Inge Köllner erfahren, dass sie die Kranzkönigin werden sollte. Auch da fiel es schwer, so lange das nötige Stillschweigen zu bewahren.