Alles bleibt beim Alten nach einem langen Hickhack

Es wird keinen neuen Recyclinghof geben: Politik entscheidet gegen Zusammenarbeit mit GEG

Rietberg (mad). Lange schon ist die Abfallentsorgung ein großes Thema in Rietberg. Zwischenzeitlich kam die Idee auf, einen neuen Recyclinghof bauen zu wollen. Da sich die Gesetzeslage geändert hatte und eine Entsorgung privater Abfälle über einen gewerblichen Anbieter zu untersagen schien, sollte in Zusammenarbeit und unter dem Betrieb der GEG ein eigener Recyclinghof gebaut werden. Nun aber soll alles beim Alten bleiben.
Ausgangspunkt war die gesetzliche Vorgabe, dass sämtlicher privater Hausmüll an den Kreis abgegeben werden muss. Nun ist jedoch eine saubere und gesetzlich vorgeschriebene Trennung der eingehenden Abfälle auf dem Recyclinghof Kathöfer aus nachvollziehbaren Gründen nicht möglich. Darum wurde ein Vertrag geschlossen, in dem sich der gewerbliche Abfallentsorger verpflichtete, dem Kreis eine vereinbarte Menge Abfall zuzuführen. Doch die GEG (Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen Kreis Gütersloh) griff das Thema „Andienpflicht“ wieder auf, so dass sich im Folgenden die Stadtverwaltung in enger Absprache mit dem Kreis Gütersloh um eine rechtskonforme Lösung bemühte – bis spätestens Anfang 2019 sollte dies geschehen, denn der Kreis nannte als Stichtag für die Duldung des jetzigen Zustandes den 1. März 2019. Im Gespräch war ein neuer städtischer Recyclinghof nahe der Kläranlage an der Rottwiese. Die GEG, die diesen betreiben sollte, stellte ein Konzept für einen derartigen Neubau vor. Doch dann stellte die Verwaltung fest, dass das ins Auge gefasste Baugrundstück gar nicht in ihrem Besitz stand. Lange fragte man sich: Wann bewegt sich denn nun etwas in dieser Sache? Dann entschied der Umwelt- und Klimaausschuss in nichtöffentlicher Sitzung, die Neubau-Idee ad acta zu legen. Kurzum: Alles bleibt beim Alten. Es wird kein neuer Recyclinghof in Zusammenarbeit mit der GEG errichtet und die Rietberger können ihre Abfälle weiterhin zur Entsorgung bei der Firma Hermann Kathöfer (Industriestraße) abgeben. Die SPD-Fraktion appelliert an den Betreiber des Wertstoffhofes, sauberer zu arbeiten und die Preisgestaltung transparenter zu machen. „Nur so kann vertrauen in die Sinnhaftigkeit von konsequentem Trennen der Wertstoffe erzeugt werden“, sagt Gerd Muhle. Dass die CDU in ihrer Haltung, mit der GEG zusammenarbeiten zu wollen, umgeschwenkt sei, könne er nicht verstehen. Die FWG hatte sich hingegen stets für den bisherigen Standort Kathöfer ausgesprochen. „Wir freuen uns, dass wir nach zähem Ringen Recht bekommen haben, dass wir privaten Sperrmüll annehmen und verwerten dürfen“, sagt Michael Delker für die Firma Kathöfer.