Ärger um Standort für das neue Feuerwehrgerätehaus

Stadt hat im Haushaltsplan schon zwei Millionen Euro festgeschrieben – Baubeginn ist ungewiss

M a s t h o l t e (robui).  „Der Freiwilligen Feuerwehr im Stadtgebiet nur das Beste“, lautet eine Maxime von Politik und Verwaltung im Stadtgebiet.Stets bei den Generalversammlungen der drei Löschzüge  und nicht nur da bekunden Vertreter aller Parteien ihre Solidarität mit den Blauröcken. Und  tun auch finanziell was möglich ist, um Gebäude und Ausrüstung stets auf einem hochmodernen Stand zu halten. Auch, um der Verpflichtung einer Berufsfeuerwehr zu entgehen.

Während in Rietberg und Neuenkirchen nicht nur die Fahrzeugflotte sondern auch die Gebäude auf einem sehr guten Stand sind, gilt das Gerätehaus in Mastholte als abgängig. Schon länger. Seit nahezu einem halben dutzend Jahren wird über die Situation diskutiert, wurden seitens der Blauröcke Schwachstellen aufgezeigt, und diese sind im Laufe der Zeit nicht weniger geworden. Und es gibt Verärgerung um die Standortfrage. Die Wehr würde gerne an die Lippstädter Straße ziehen, das Land sagt dazu „Nein“.

Feuerwehr braucht ganz dringend viel mehr Platz

Allein unter energetischen Aspekten ist das Gerätehaus einer Klimakommune schon lange nicht mehr würdig. Hinzu kommen extrem beengte räum­liche Verhältnisse, in denen kaum genug Platz ist für die Ausrüstung der Kameraden, für Fahrzeuge, Zubehör und ebenso fehlt es an einem vernünftigen, großen und mit moderner Technik ausgestatteten Schulungsraum für Versammlungen und Unterrichtung des gesamten Löschzuges. Der umfasst derzeit rund 50 Frauen und Männer, und allein der Blick auf die Sanitärbereiche zeigt, dass das Haus an der Brandstraße nicht mehr zeitgemäß ist.
Was die Mastholter Wehr von den beiden anderen Löschzügen unterscheidet ist das Aufgabengebiet am Benteler See. In dem ist zwar öffentliches Baden verboten, doch an heißen Sommertagen hält sich längst nicht jeder Nutzer des Bereiches daran. Zudem wird
mit Segeln, Surfen und Wasserski auch Wassersport betrieben.

Die Stadt will im Jahr 2018 neues Gebäude errichten

Um im Notfall jemanden retten oder bergen zu können verfügt der Löschzug über ein eigenes Rettungsboot. Das allerdings ist aus Platzgründen auch nur provisorisch in einer engen Garage untergebracht.
Abhilfe soll es schon bald geben. Für 2017, 2018 und 2019 sind im kommunalen Geldsäckel rund zwei Millionen  Euro festgeschrieben, 600.000 Euro davon schon für das laufende Jahr. Wie stets bemüht sich die Kommune, Rücksicht auf die Bedarfe zu nehmen. Die Wehr hat keine überzogenen Wünsche. Einer allerdings bleibt wohl unerfüllt. Nämlich der nach dem Standort. Die Lippstädter Straße hat man(n) sich auserkoren, oder genauer: die Flächen neben dem Penny-Markt am Ortsrand. Und genau da hakt es. Diese dürfen nach den Vorgaben der Landesregierung nicht als Standort genutzt werden. Bauen auf der „grünen Wiese“ ist nicht mehr erlaubt.

 

Am „Penny“ geht es nicht
Bürgermeister bestätigt das „Nein“ des Landes

Mastholte (robui). Es sei tatsächlich nicht so einfach, einen geeigneten Standort für das neue Gerätehaus zu finden, erklärt Bürgermeister Andreas Sunder auf Anfrage des RSA. „Denn bei allen Möglichkeiten müssen wir sehen, ob ein Standort mit den landesplanerischen Vorgaben in Einklang zu bringen ist.“ In dieser Prüfung seien derzeit gleich mehrere potentielle Grundstücke. Und für das Wunschgrundstück der Wehr neben dem Penny-Markt sieht es tatsächlich, wie Sunder bestätigt, ganz schlecht aus. Denn: es liegt außerhalb der geschlossenen Ortslage und: „Es muss für eine Bebauung mit einem Gerätehaus eine allgemeine Siedlungsfläche gleich nebenan liegen und das ist hier nicht gegeben“, so Andreas Sunder. Ein geeignetes Grundstück zu finden, das den Vorgaben entspricht, ist die eine Aufgabe für die Verwaltung, es muss aber auch verfügbar sein. Denn im städtischen Besitz sind laut Sunder derzeit keine passenden Grundstücke in Mastholte, auf denen ein Gerätehaus errichtet werden könnte. Selbst am bestehenden Standort an der Brandstraße wäre noch ein Zukauf nötig. Immerhin, hier wären die landesplanerischen Vorgaben erfüllt und entsprechend ein Baubeginn in absehbarer Zeit möglich. „Wir wollen in 2018 realisieren“, sagt Sunder.