Aber wer wird denn dazu schon Nein sagen können?

Die Mastholter Narrenschar feiert das neue Prinzenpaar: André I. und Jenny I. Wilhelmstroop regieren

Mastholte (mad). Die TV-Sendung „Pleiten, Pech und Pannen“ stand viele Jahre sinnbildlich für gutes Entertainment mit den Missgeschicken anderer. Auch die Proklamationssitzung des Mastholter AKC hatte einige unfreiwillige Pannen zu bieten – aber mein Gott, es ist live! Eigentlich heiterte es die ohnehin schon brodelnde Stimmung nur noch mehr auf – ein Narr, der nicht darüber lacht! Da stürmten die Quietsche-Entchen und die Flamingos die Bühne und zeigten ihre tollen Tänze. Und die Show-Tanzgruppe Fascination fegte als wilde Indianerhorde über die Bühne. Auch die Roten Funken, Glow Shadow, die Tanzgarde aus Sudhagen und Temptation zeigten großartige Bühnentänze.
Museumskurator Dr. Pumpenkötter analysierte eilig um Worte ringend (weil er tatsächlich Teile seines Textes vergessen hatte) die Vorzüge alter Opel-Fahrzeuge und schwärmte vom gewaltigen Brunftschrei aus der 50-PS-Maschine der „antriebsschwache Hausfrauenschleuder“, die er in Ermangelung seines Manuskriptes schlicht als „Karre“ titulierte.
Dann wurde es Zeit, sich nicht nur von alten Vehikeln zu verabschieden, sondern auch vom scheidenden Prinzenpaar.Nach kurzen Tipps, wer denn die neuen Regenten der Mastholter Narrengesellschaft sein könnten, schritten André I. und Jenny I. Wilhelmstroop Richtung Bühne, auf der sie begeistert von ihrem Jeckenvolk empfangen wurden. Das Paar ist seit 14 Jahren verheiratet und residiert mit seinen beiden Kindern (Jule, 11, und Felix, 9) im Eigenheim im Mastholter Ottenskamp. Der Prinz (39) verdient seine Brötchen bei der Firma Kraft Maschinenbau in der Endmontage und ist aktiver Motorsportler. Die Prinzessin (39) an seiner Seite leitet die Seniorenbegegnungsstätte des DRK Rietberg und engagiert sich in ihrer Freizeit im Team der Kfd Mastholte. Überredet werden mussten sie nicht. Vom Besuch der Prinzenmacher berichtet die Regentin: „Um 2 Uhr konnte eh keiner mehr Nein sagen“. Darauf ein Prost mit Bier Richtung Narrenschar.
In die Flasche spuckte auch das Schutzengelchen alias Kathrin Nitsche nicht. „Der Tag geht, der Schnaps kommt“, klagte es und versuchte, seine Sorgen, die es mit den Erdenbürgern zu verarbeiten hat, in Alkohol zu ertränken. Das half nur nichts. „Die verdammten Sorgen können schwimmen!“ Sorgenfalten hatte auch „der kleine grüne Schütze“ (zur Melodie des grünen Kaktus): Denn auf dem Schützenplatz läuft bei der heißen Jagd auf das Federvieh auch nicht alles, wie gewünscht. Aber wenn der sture Adler nicht fallen will, dann sägt Martin Sudahl halt am Ast! Ohnehin wird dann weniger in die Luft geballert, was den Flugenten (Angelika Sudahl und Susanne Merker) stets große Angst macht. Allein schon das Fliegen ist purer Stress. Was da alles passieren kann! Epileptische Anfälle, Flügelkrampf – da kann einem Vogel schon Angst und Bange werden. Den krönenden Abschluss bestrtt der Thron als Shanty-Chor und lud alle feiernden Narren zum Schunkeln ein. Die Mastholter Jecken haben es erneut geschafft, eine unglaublich tolle Sitzung auf die Beine zu stellen.